Micron steht zu Beginn dieser Woche vor einer handfesten politischen Weichenstellung. Am 14. April müssen US-Handelsbeauftragter und Handelsminister dem Präsidenten über den Stand der laufenden Handelsgespräche berichten — ein Bericht, der die zweite Phase der Halbleiter-Zollpolitik auslösen könnte. Für ein Unternehmen mit Fertigungsstandorten in China, Taiwan, Japan, Malaysia und Singapur ist das keine abstrakte Bürokratie.
Doppelte Belastung
Seit dem 15. Januar 2026 gilt bereits ein Zoll von 25 Prozent auf KI-Chips. Eine Verschärfung am 14. April würde Microns Kostenstruktur direkt treffen — zumal die Produkte des Unternehmens häufig mehrfach Ländergrenzen überqueren, bevor sie beim Endkunden ankommen. Jeder Grenzübertritt multipliziert die Zollbelastung.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Microns Chips sind in Chinas kritischer Infrastruktur verboten, während gleichzeitig US-Handelsbeschränkungen zunehmen. Südkoreanische Wettbewerber wie Samsung und SK Hynix sind von dieser Doppelbelastung weniger betroffen. Zwar sind Microns Mikroprozessoren von Trumps Breitband-Zöllen ausgenommen — Speichermodule und SSD-Produkte jedoch nicht. Die Mehrkosten will das Unternehmen an Kunden weitergeben, was die Nachfrage dämpfen könnte.
Rekordprognose mit Vorbehalt
Das operative Geschäft läuft unterdessen auf Hochtouren. Für das dritte Fiskalquartal erwartet Micron einen Rekordumsatz von 33,5 Milliarden Dollar sowie eine Bruttomarge von rund 81 Prozent. Im zweiten Fiskalquartal hatte der Umsatz bereits 23,86 Milliarden Dollar erreicht — ein Plus von 196 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben von starker Nachfrage nach DRAM und NAND aus dem KI- und Rechenzentrumsbereich.
Einen Haken hat die Prognose: Das Management hat Zoll- und geopolitische Risiken ausdrücklich ausgeklammert. Wie stark diese Faktoren tatsächlich durchschlagen, bleibt offen bis zum nächsten Quartalsbericht am 1. Juli 2026.
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HBM ausgebucht — aber nicht ohne Risiko
Microns gesamte HBM-Produktionskapazität für 2026 ist bereits vollständig unter nicht kündbaren Verträgen vergeben. Engpässe bei DRAM und NAND sollen bis 2028 anhalten. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass genau diese Lieferkette auch die größte Zollvulnerabilität darstellt.
Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor kommt von Google: Der Konzern hat kürzlich Technologie vorgestellt, die den Speicherbedarf von KI-Modellen reduzieren soll. Sollte sich dieser Ansatz breit durchsetzen, könnte die langfristige Nachfrage nach Hochbandbreiten-Speicher unter Druck geraten.
Die Aktie hat sich seit ihrem 52-Wochen-Tief von 60,49 Euro vervielfacht und notiert aktuell rund 11 Prozent unter dem Jahreshoch von 402,20 Euro. Der April-14-Bericht wird zeigen, ob die Zollbelastung kalkulierbar bleibt — oder ob Micron seine Kostenplanung grundlegend neu aufstellen muss.
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