Die Analysten überschlagen sich bei Micron. Wolfe Research ruft ein neues Kursziel von 1.250 US-Dollar aus. Das entspricht mehr als einer Verdopplung der bisherigen Schätzung. Der Grund für den Optimismus liegt im Speichermarkt. Hier bahnt sich ein massiver Preisschock an.
Preisschock bei Speicherchips
Die Experten von Wolfe Research erwarten eine drastische Verknappung. Die Preise für DRAM-Speicher sollen im Jahr 2026 um 200 Prozent in die Höhe schießen. Für 2027 prognostizieren sie einen weiteren Anstieg.
Auch bei NAND-Speichern zeichnet sich eine ähnliche Dynamik ab. Hier rechnen die Analysten mit einem Preisaufschlag von 216 Prozent. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Fehlende Reinraumkapazitäten bremsen das Produktionswachstum spürbar aus.
HBM-Speicher restlos ausverkauft
Ein zentraler Treiber bleibt der Bereich High Bandwidth Memory (HBM). Diese speziellen Speicherchips sind für KI-Anwendungen unverzichtbar. Micron hat seine gesamte HBM-Produktion für 2026 bereits über langfristige Verträge verkauft.
Die Folge: enorme Preissetzungsmacht. Bis Anfang 2027 dürften die Verkaufspreise für HBM-Chips quartalsweise um 20 Prozent steigen. Damit schließt der Konzern die Margenlücke zum klassischen DRAM-Geschäft. Für das übernächste Geschäftsjahr erwarten Analysten nun einen Jahresumsatz von rund 226 Milliarden US-Dollar.
Starke Kursgewinne
Auch die Erste Group Bank passt ihre Modelle an. Die Analysten heben ihre Gewinnschätzung für 2026 auf knapp 59 US-Dollar je Aktie an. Große Investoren greifen ebenfalls zu. So stockte All Terrain Financial Advisors seine Position zuletzt kräftig auf.
An der Börse honorierten Käufer diese Aussichten. Die Micron-Aktie kletterte am Donnerstag um gut drei Prozent auf 804 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Kursplus auf fast 200 Prozent. Damit notiert das Papier weit über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Am 24. Juni legt das Management die nächsten Quartalszahlen vor. Dann erwarten Investoren konkrete Details zum Ausbau der Produktion.
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