Wolfe Research hat das Kursziel für Micron am 11. Juni 2026 von 550 auf 1.250 Dollar mehr als verdoppelt. Der Grund: Die Analysefirma erwartet deutlich höhere Preise für DRAM- und NAND-Speicherchips bis mindestens 2027. Ihr DRAM-Preismodell für 2026 stieg um 200 Prozent, das NAND-Modell um 216 Prozent.
Wolfe war nicht allein. Daiwa hob sein Ziel von 700 auf 1.600 Dollar an. Goldman Sachs folgte mit einer Anhebung von 400 auf 900 Dollar — behielt aber die Einstufung „Neutral“ bei. Das Muster dahinter ist eindeutig: Wall Street bewertet Micron zunehmend als direkten Profiteur knapper Kapazitäten in der KI-Infrastruktur, nicht mehr nur als klassischen Halbleiter-Zykliker.
Starke Woche, kurzer Rücksetzer
Die Aktie schloss den Freitag bei 848,70 Euro — ein Tagesrückgang von 1,36 Prozent. Über die Woche summierte sich das Plus auf 12,41 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 938,70 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, liegt knapp zehn Prozent entfernt.
Der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten zeigt, wie weit sich der Kurs von seiner Basis gelöst hat. Micron notiert 45 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und fast 158 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der 14-Tage-RSI von 61,5 signalisiert keine extreme Überhitzung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 102 Prozent macht aber klar, wie heftig die Schwankungen ausfallen können.
Quartalszahlen als Belastungstest
Der entscheidende Termin rückt näher. Am 24. Juni 2026 präsentiert Micron seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Die eigene Prognose setzt die Latte hoch: Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar, Bruttomarge von rund 81 Prozent und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 19,15 Dollar.
Genau diese Zahlen erklären, warum die Analysten ihre Modelle so aggressiv nach oben geschraubt haben. Wenn DRAM- und NAND-Preise weiter steigen, sollten sich das Margen, Umsatzausblick und Kommentare zum Auftragsbestand direkt widerspiegeln. Der 24. Juni wird zeigen, ob die neuen Kursziele auf einem soliden Fundament stehen — oder ob die Erwartungen der Realität vorausgeeilt sind.
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