Micron hat diese Woche Geschichte geschrieben — zumindest auf amerikanischem Boden. Im Werk im virginischen Manassas läuft erstmals die Produktion nach dem 1α-DRAM-Prozessknoten. Das ist die fortschrittlichste Speichertechnologie, die je in den USA gefertigt wurde.
Vier Mal mehr Kapazität aus Virginia
Der 1α-Knoten gilt als weltweit führende DDR4-Technologie. Micron erwartet, dass die Produktion in Manassas die DDR4-Waferkapazität des Werks vervierfacht. Die Chips sollen vor allem kritische Branchen versorgen: Automobil, Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Industrie, Netzwerktechnik und Medizintechnik. Langlebige DDR4- und LP4-Produkte aus sicherer Inlandsproduktion — das ist der strategische Kern.
Zur Feier des Produktionsstarts am 22. Mai empfing CEO Sanjay Mehrotra hochrangige Gäste. Handelsminister Howard Lutnick, Handelsbeauftragter Jamieson Greer und zwei US-Senatoren aus Virginia waren vor Ort. Der Auftritt unterstreicht, wie politisch aufgeladen das Thema Halbleiter-Souveränität in Washington ist.
Das Virginia-Projekt ist Teil eines deutlich größeren Plans. Micron investiert insgesamt rund 200 Milliarden Dollar in US-Standorte — neben Virginia auch in Idaho und New York. Zusammen sollen diese Projekte rund 90.000 Arbeitsplätze schaffen.
Kursrally mit Tempo
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 670 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 140 Prozent. Mit 647 Euro schloss der Titel am Freitag leicht im Minus, liegt aber noch knapp sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 685 Euro.
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Wall-Street-Analysten bleiben optimistisch. Melius Research hob das Kursziel auf 1.100 Dollar an, die Bank of America auf 950 Dollar, Citigroup auf 840 Dollar. Als Begründung nennen alle drei das knappe Angebot an Speicherchips und die steigende Nachfrage durch KI-Infrastruktur.
HBM als Wachstumsmotor
Hinter der Rally steckt mehr als nur der Produktionsstart in Virginia. KI-Trainings- und Inferenz-Workloads treiben den Bedarf an High-Bandwidth Memory massiv an. Microns HBM3E-Produkte sind auf mehreren KI-Beschleuniger-Plattformen im Einsatz. Das Management rechnet damit, dass die Engpässe bei HBM, DRAM und NAND auch nach 2026 anhalten.
Der nächste Quartalsbericht wird zeigen, wie stark HBM-Liefervolumen und Preise tatsächlich zulegen. Das wird der eigentliche Test für die ambitionierten Kursziele der Analysten.
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