Der Speicherchip-Hersteller Micron hat gerade die besten Quartalszahlen seiner jüngeren Geschichte vorgelegt – und wird an der Börse dafür abgestraft. Auslöser für die tagelange Talfahrt sind neben hohen Investitionsplänen vor allem Nachrichten vom Tech-Giganten Google. Ein neuer Algorithmus weckt plötzlich Zweifel an der zukünftigen Nachfrage nach KI-Speicherchips.
Ein Algorithmus sorgt für Unruhe
Nach der Präsentation der jüngsten Geschäftsergebnisse geriet das Papier in einen anhaltenden Abwärtssog. Auf Wochensicht verzeichnet der Titel ein Minus von über 13 Prozent. Zunächst reagierten Investoren verhalten auf die massiven Investitionspläne des Managements. Mitte der Woche lieferte dann Google Research einen weiteren Grund für Zurückhaltung: Der Tech-Konzern hat mit „TurboQuant“ einen Kompressionsalgorithmus entwickelt, der den Speicherbedarf für große Sprachmodelle um das Sechsfache reduzieren soll. Diese Ankündigung zog den gesamten Speichersektor nach unten und belastete auch Konkurrenten wie SanDisk oder Samsung.
Marktbeobachter traten schnell auf die Bremse, um die tatsächlichen Auswirkungen der Google-Entwicklung einzuordnen. Die Experten von Morgan Stanley betonen, dass TurboQuant lediglich die sogenannte Inferenzphase betrifft. Das ressourcenintensive Training von KI-Modellen bleibt davon unberührt. Genau dieser Trainingsbereich ist aktuell der größte Treiber für die Beschaffung von hochleistungsfähigem Speicher (HBM) bei den großen Cloud-Anbietern.
Zudem verweist Morgan Stanley auf das Jevons-Paradoxon: Steigende technische Effizienz senkt oft die Nutzungskosten, was im Gegenzug die Gesamtnachfrage weiter anheizt. Der jüngste Ausverkauf wird von den Analysten daher eher als gesunde Preiskorrektur und weniger als fundamentaler Strukturbruch gewertet.
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Fundamentaldaten im Schatten der Sorgen
Der Kursrückgang steht in einem starken Kontrast zur operativen Entwicklung. Micron übertraf die Markterwartungen im abgelaufenen Quartal deutlich:
- Umsatz: 23,86 Milliarden US-Dollar (erwartet: 20,07 Milliarden)
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 12,20 US-Dollar (erwartet: 9,31 US-Dollar)
- Bruttomarge: 74,4 Prozent (Vorjahr: 36,8 Prozent)
Um das künftige Wachstum abzusichern, plant das Management für das Geschäftsjahr 2026 Investitionen von über 25 Milliarden US-Dollar. Genau diese Summe, gepaart mit einem angekündigten Schuldenrückkauf über 5,4 Milliarden US-Dollar, lässt einige Anleger zögern. Sie fürchten eine geringere Kapitalrendite, falls sich die KI-Nachfrage abkühlen sollte.
Trotz der kurzfristigen Bedenken am Markt halten die Kunden an ihren Expansionsplänen fest. Laut Branchenberichten leisten Käufer weiterhin Vorauszahlungen, um sich künftige HBM-Lieferungen zu sichern. Das deutet auf einen anhaltenden Angebotsengpass hin. Mit 26 Kaufempfehlungen bleibt auch die Wall Street bei ihrer positiven Einschätzung, gestützt durch die eigene Prognose des Unternehmens von rund 33,5 Milliarden US-Dollar Umsatz für das laufende Quartal.
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