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Micron Aktie: Samsung-Streik abgewendet, Engpass bleibt

Samsung verhindert Streik, doch der Speicherchip-Engpass bleibt. Micron profitiert von anhaltender Knappheit und starkem KI-Geschäft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Samsung einigt sich mit Gewerkschaft
  • Speicherchip-Knappheit bleibt bestehen
  • Micron mit ausverkaufter HBM-Kapazität
  • Starker Umsatzanstieg bei Micron

Micron bekommt Rückenwind aus Südkorea. Samsung hat kurz vor Fristablauf einen geplanten Streik abgewendet. Damit fällt ein akuter Schock für die Speicherchip-Lieferkette weg. Für Micron ist das eine gute Nachricht, weil die strukturelle Knappheit im Markt bleibt.

In Frankfurt notiert die Micron-Aktie bei 652,80 Euro und gewinnt am Donnerstag 3,75 Prozent.

Der Anstieg bleibt extrem. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 142,68 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten bei 670,81 Prozent.

Samsung entschärft das Streikrisiko

Samsung Electronics einigte sich spät am Mittwoch mit seiner Gewerkschaft auf einen vorläufigen Tarifabschluss. Die Einigung kam rund 90 Minuten vor Mitternacht zustande. Der Streik sollte vom 21. Mai bis 7. Juni laufen.

Die Gewerkschaft setzt die Pläne nun aus. Ihre Mitglieder stimmen vom 22. bis 27. Mai über die vorläufige Vereinbarung ab. Südkoreas Arbeitsminister dämpfte aber die Erwartungen. Bis zum endgültigen Abschluss sei es noch „ein langer Weg“.

Der Kern des Deals ist ein neues Bonussystem für die Halbleitersparte. Samsung will Beschäftigte stärker am Gewinn beteiligen. Das Modell läuft über zehn Jahre und soll die Bindung im wichtigsten Geschäftsbereich erhöhen.

Für 2026 bis 2028 setzt Samsung Gewinnziele von 200 Billionen Won pro Jahr. Das ist ein ambitionierter Maßstab für die Sparte.

Damit versucht Samsung, den Konflikt zu entschärfen, ohne die Kosten komplett aus dem Ruder laufen zu lassen. Die Gewerkschaft hatte zuvor deutlich mehr gefordert.

Das Ziel entspricht rund 133 Milliarden Dollar. Ab 2029 sollen 100 Billionen Won als Zielgröße gelten, und das Modell soll bis 2035 laufen.

Die Gewerkschaft hatte Boni in Höhe von 15 Prozent des operativen Gewinns gefordert. Samsung will nun die bisherige Obergrenze abschaffen und 10,5 Prozent des Geschäftsgewinns für Boni nutzen.

Der Speicherengpass bleibt

Die Samsung-Aktie sprang nach der Streikabsage um mehr als 6 Prozent an. Der Markt reagierte erleichtert, weil der größte Speicherchiphersteller der Welt vorerst weiter produziert.

Der Warnschuss bleibt trotzdem hörbar. Samsung produziert 36 Prozent der weltweiten DRAM-Chips und spielt auch bei HBM eine zentrale Rolle. Schon ein begrenztes Ausfallrisiko kann große Kunden nervös machen.

Für Micron liegt darin eine Chance. Wer in KI-Infrastruktur investiert, will planbare Lieferketten. Ein Wechsel zu SK Hynix oder Micron kostet Zeit, weil Kunden neue Speicherprodukte aufwendig validieren müssen.

Der Preisdruck im Markt bleibt hoch. Gartner rechnet bei DRAM im Jahr 2026 mit einem Preisanstieg von 125 Prozent. Bei NAND-Flash sieht der Marktforscher sogar 234 Prozent.

Eine echte Entspannung erwartet Gartner erst Ende 2027. Das stützt die These, dass Micron nicht nur von kurzfristigen Störungen lebt. Der Zyklus wird durch knappe Kapazitäten und KI-Nachfrage getragen.

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Micron nutzt den KI-Speicherboom

Microns operativer Vorstand Manish Bhatia sprach auf einer JPMorgan-Technologiekonferenz von einem stärkeren Ausblick. Das Unternehmen sei auf Kurs für einen weiteren Rekord beim freien Cashflow im laufenden Geschäftsquartal. Auch die Bilanz sei so stark wie nie, gestützt durch Hochstufungen aller drei großen Ratingagenturen.

Bhatia beschrieb die Lage klar. Die Nachfrage übersteige weiter das, was Micron und die Branche liefern können. Die Knappheit bei HBM, DRAM und NAND soll über 2026 hinaus anhalten.

Dafür nennt Micron mehrere Gründe. Neue Speicher-Generationen liefern geringere Effizienzsprünge. HBM braucht größere Chipflächen und senkt damit die Ausbeute je Wafer. Neue Fabriken dauern länger als früher.

Bei HBM4 sieht sich Micron gut positioniert. Der Produktionshochlauf läuft laut Unternehmen doppelt so schnell wie der frühere HBM3E-Hochlauf. An HBM4E arbeitet Micron bereits, der erste JEDEC-Standardchip soll 2027 hochlaufen.

Im HBM-Markt führt SK Hynix mit 62 Prozent. Micron kommt auf 21 Prozent. Samsung liegt bei 17 Prozent.

Dieser Abstand hat einen Grund. Samsung kämpfte länger mit der Qualifikation seiner HBM3E-Produkte bei Nvidia. SK Hynix und Micron konnten in dieser Phase Premiumverträge sichern.

Microns HBM-Kapazität ist bis 2026 ausverkauft. Das gilt für HBM3E und für die nächste Generation HBM4. Das Unternehmen hat langfristige Lieferverträge mit sechs großen KI- und Cloud-Kunden geschlossen.

Auch die Preise sind weitgehend fixiert. Für den Großteil der HBM3E-Produktion sind die Verhandlungen bereits abgeschlossen. Das gibt Micron ungewöhnlich hohe Sichtbarkeit in einem zyklischen Geschäft.

Die Zahlen zeigen den Hebel. Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz auf 23,86 Milliarden Dollar, nach 8,05 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Der GAAP-Nettogewinn lag bei 13,79 Milliarden Dollar. Das entsprach 12,07 Dollar je verwässerter Aktie. Der operative Cashflow erreichte 11,90 Milliarden Dollar.

Für das laufende Quartal peilt Micron rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei etwa 19,15 Dollar liegen.

An der Wall Street dominiert weiter Optimismus. Der Konsens lautet „Strong Buy“, getragen von 27 Kaufempfehlungen und drei Halteempfehlungen.

CFRA bleibt bei „Buy“ und hebt das Kursziel von 500 auf 900 Dollar an. Die Begründung: stärkere Gewinnkraft in den Geschäftsjahren 2026 und 2027, getrieben durch KI-Speicher und Vorauszahlungen von Kunden.

Kurzfristig zählt nun die Abstimmung der Samsung-Beschäftigten bis 27. Mai. Für Micron bleibt der größere Hebel die bis 2026 ausverkaufte HBM-Kapazität und der anhaltende Preisdruck im Speicherchipmarkt.

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