Micron steht vor einem ungewöhnlich heiklen Auftritt. Das Management spricht heute auf der J.P.-Morgan-Technologiekonferenz, während am nächsten Tag bei Samsung ein massiver Arbeitskampf beginnen könnte. Für den Speicherchipmarkt kommt das zu einem sensiblen Zeitpunkt: KI-Nachfrage trifft auf knappe Kapazitäten.
Samsung erhöht den Druck
Bei Samsung Electronics soll am 21. Mai ein Generalstreik starten. Rund 61.000 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte haben einen Ausstand über 18 Tage unterstützt, nachdem die Vermittlung zwischen Arbeitnehmerseite und Management gescheitert war. Die Zustimmung lag bei 93,1 Prozent.
Jefferies schätzt, dass ein vollständiger Ausstand rund 3 Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion treffen könnte. Südkoreas Premier warnte, schon ein Tag Stillstand in Samsungs Chipmontage könne Kosten von bis zu 1 Billion Won verursachen. Umgerechnet sind das etwa 667,6 Millionen Dollar.
Der Punkt ist nicht nur die kurzfristige Produktion. Kunden in der Halbleiterindustrie wechseln Lieferanten nicht über Nacht, weil Validierung und Zertifizierung Zeit kosten. Wenn Abnehmer wegen Lieferunsicherheit zu SK Hynix oder Micron ausweichen, könnte Samsung sie später nur schwer zurückholen.
Micron profitiert von Knappheit
Micron geht aus einer starken Position in diese Lage. Im Markt für High-Bandwidth-Memory hält der Konzern rund 21 Prozent Anteil, hinter SK Hynix mit 62 Prozent und vor Samsung mit 17 Prozent. Die HBM3E- und HBM4-Kapazitäten von Micron sind bis 2026 bereits durch langfristige Verträge gebunden.
Das erklärt, warum Analysten trotz der jüngsten Kursschwäche optimistisch bleiben. Citi hob das Kursziel für Micron auf 840 Dollar an, nach zuvor 425 Dollar. Die Begründung: Micron dürfte die DRAM-Preise im laufenden Quartal deutlich anheben, während der Aufschwung bei Speicherchips bis 2027 tragen könnte.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
Auch die operativen Zahlen liefern Rückenwind. Im zweiten Geschäftsquartal erreichte Micron Rekorde bei Umsatz, Marge, Gewinn je Aktie und freiem Cashflow. Der Umsatz sprang auf 23,86 Milliarden Dollar, nach 8,05 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Für die laufende Periode stellt das Unternehmen etwa 33,5 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei rund 19,15 Dollar liegen. Damit hängt die Bewertung stark daran, ob die hohen Speicherpreise länger halten.
Kursrücksetzer nach Rally
Die Aktie zeigt, wie nervös der Markt inzwischen reagiert. In Frankfurt lag der Schlusskurs am Dienstag bei 599,90 Euro, auf Wochensicht steht ein Minus von 12,47 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen bleibt dennoch ein Plus von 57,74 Prozent.
Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt sehr groß, was den Titel anfällig für Gewinnmitnahmen macht. Kein Wunder, dass die Samsung-Nachrichten kurzfristig besonders stark durchschlagen.
Der nächste konkrete Termin ist Microns Zahlenvorlage am 24. Juni. Bis dahin dürfte der geplante Samsung-Streik den Takt vorgeben: Produktionsausfälle würden die Knappheit bei Speicherchips verschärfen, eine schnelle Einigung dagegen könnte den Druck aus der Preisfantasie nehmen.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 20. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
