Microns bestes Quartal aller Zeiten hat die Aktie nicht gerettet — im Gegenteil. Nach dem Allzeithoch vom 18. März folgte der Rückzug. Was auf den ersten Blick paradox wirkt, hat bei näherer Betrachtung eine klare Logik.
Rekordergebnisse, die niemanden mehr überraschen
Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 12,20 Dollar — beides deutlich über den Erwartungen. Die Bruttomarge explodierte auf 74,4 Prozent, verglichen mit 36,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. DRAM-Erlöse verdreifachten sich auf 18,8 Milliarden Dollar, NAND legte auf 5 Milliarden Dollar zu.
Zahlen, die eigentlich für Euphorie sorgen müssten. Stattdessen verliert die Aktie seit dem Hoch rund 13 Prozent.
Der Grund: Investoren schauen nicht auf das, was war, sondern auf das, was kommt.
Das Dilemma mit dem Kapitalplan
CEO Sanjay Mehrotra räumte gegenüber CNBC ein, dass Micron seinen wichtigsten Kunden derzeit nur 50 bis zwei Drittel ihres tatsächlichen Bedarfs liefern kann. Neue Kapazitäten in der Branche werden frühestens 2027 ans Netz gehen — ein Umfeld, das Micron aktuell erhebliche Preissetzungsmacht verschafft.
Genau diese Engpasssituation ist aber auch der Kern des Problems. Denn um die Nachfrage langfristig zu bedienen, plant das Unternehmen Investitionsausgaben von über 25 Milliarden Dollar im laufenden Fiskaljahr. Das erhöht den Kapitalbedarf erheblich und wirft Fragen zur Margenstabilität auf, sobald die neuen Kapazitäten den Markt erreichen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
Das Muster ist aus der Halbleiterbranche bekannt: Heute treibt die Knappheit die Preise, morgen drückt das neue Angebot sie wieder.
Analysten zwischen Optimismus und Vorsicht
Das Gesamtbild unter Analysten bleibt positiv — 29 von 38 Beobachtern empfehlen die Aktie zum Kauf, das Konsenskursziel liegt bei 453,55 Dollar. Allerdings gibt es deutliche Ausreißer nach unten: Morgan Stanley-Analyst Joseph Moore setzt im Bärenszenario ein Kursziel von 240 Dollar, was einem Rückschlagpotenzial von 43 Prozent entspräche. Seine Begründung: Die aktuelle Stärke basiere auf zyklischen Kräften, nicht auf dauerhaften Wettbewerbsvorteilen.
Zusätzlichen Gegenwind liefert die Wettbewerbslage im Hochleistungsspeicher. Samsung drängt in Nvidias Lieferkette für HBM-Chips — ein Segment, das Micron bislang dominiert hat.
Ausblick mit Fallhöhe
Für das dritte Fiskalquartal erwartet Micron einen Umsatz zwischen 32,75 und 34,25 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge von rund 81 Prozent. Die Dividende wurde von 0,12 auf 0,15 Dollar je Quartal angehoben, zahlbar am 15. April.
Wall Street rechnet damit, dass der bereinigte Gewinn je Aktie im Fiskaljahr 2027 mit 92,35 Dollar seinen Höhepunkt erreicht — und bis 2029 auf 20,57 Dollar einbricht. Ein Rückgang von 78 Prozent. Dieses Szenario, das die klassische Zyklik der Speicherchipbranche widerspiegelt, ist der eigentliche Schatten, der über der Aktie liegt.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 23. März liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
