Rekordquartal, Dividendenerhöhung — und trotzdem Kursverluste. Micron steckt in einem klassischen Marktdilemma: Die fundamentalen Zahlen stimmen, aber ein Algorithmus aus dem Hause Google hat die Investoren aufgeschreckt.
Googles TurboQuant erschüttert die HBM-Nachfrage
Am 25. März stellte Google seinen neuen KI-Algorithmus „TurboQuant“ vor. Das System soll den Speicherbedarf großer Sprachmodelle um mindestens das Sechsfache reduzieren und die Verarbeitungsgeschwindigkeit auf H100-GPUs um das Achtfache steigern — ohne Qualitätsverluste. Für einen Speicherchiphersteller wie Micron ist das eine strukturelle Herausforderung: Wenn Software den Hardwarebedarf deutlich senkt, gerät die Wachstumsthese für High-Bandwidth Memory unter Druck.
Die Reaktion war heftig. Allein am 27. März brach die Aktie um knapp 7% ein, über sechs Handelstage summierte sich das Minus auf über 20%.
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Starke Zahlen, skeptischer Markt
Dabei lieferte Micron zuletzt beeindruckende Ergebnisse. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — ein Plus von 196% gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 12,20 Dollar übertraf die Analystenerwartungen von rund 8,50 bis 9,31 Dollar deutlich.
Reicht ein Forward-KGV von etwa 6,5x für 2026 aus, um die Sorgen vor einem früheren Zyklusende zu entkräften? Ein Teil der Analysten sieht darin eine klare Übertreibung des Marktes. Andere warnen, dass sich das Angebot bis 2028 normalisieren könnte — früher als bisher erwartet. Derzeit kann Micron nach eigenen Angaben nur 50 bis 66% der aktuellen Kundennachfrage nach DRAM bedienen, was die Investitionen erklärt: Für das Geschäftsjahr 2026 sind Kapitalausgaben von 25 Milliarden Dollar eingeplant.
Ex-Dividende und Analystenausblick
Heute handelt die Aktie ex-Dividende. Die Quartalsdividende wurde um 30% auf 0,15 Dollar je Aktie angehoben, zahlbar am 15. April. Das Konsenskursziel der Analysten liegt bei rund 453 bis 467 Dollar, die Mehrheit der Einschätzungen lautet „Buy“ oder „Strong Buy“. Gemessen am aktuellen Kurs von rund 309 Euro sehen die Analysten damit erhebliches Aufholpotenzial — sofern TurboQuant tatsächlich keine strukturelle Nachfrageschwäche auslöst, sondern nur kurzfristige Verunsicherung.
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