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Symbolbild, KI-generiert

Micron Aktie: Indiens Coup

Micron Technology startet die Produktion in Indien und meldet eine vollständig ausverkaufte HBM4-Generation. Die Aktie notiert weit über den Kurszielen von Goldman Sachs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Eröffnung der ersten Chipfabrik in Gujarat, Indien
  • HBM4-Produktion für 2026 bereits komplett ausverkauft
  • Aktienkurs deutlich über neutralem Goldman-Sachs-Ziel
  • Erwartung eines weiteren Umsatzrekords im März

Micron Technology eröffnet seine erste Halbleiterfabrik in Indien – und sendet damit ein klares Signal: Der Speicherriese diversifiziert seine Produktion über Asien und die USA hinaus. Gleichzeitig zeigt sich die Aktie unbeeindruckt von skeptischen Analystenstimmen und notiert deutlich über den Kurszielen. Was treibt die Euphorie?

2,75 Milliarden Dollar für Gujarat

Am 28. Februar weihte Micron sein Assembly- und Testwerk in Sanand im indischen Bundesstaat Gujarat ein. Die Anlage verarbeitet DRAM- und NAND-Wafer aus dem globalen Fertigungsnetzwerk zu fertigen Speicherprodukten. Nach vollständigem Hochlauf verfügt die erste Ausbaustufe über mehr als 46.000 Quadratmeter Reinraumfläche – eine der weltweit größten einstöckigen Produktionsflächen ihrer Art.

Die symbolische erste Lieferung ging an Dell Technologies für in Indien gefertigte Laptops. Micron plant, 2026 Dutzende Millionen Chips in Sanand zu verarbeiten, 2027 sollen es Hunderte Millionen sein. Die Investition von rund 2,75 Milliarden Dollar teilen sich Micron und indische Regierungspartner.

Goldman Sachs bleibt zurückhaltend

Goldman Sachs bestätigte am 2. März sein neutrales Rating mit Kursziel 360 Dollar. Die Aktie notiert aktuell bei 412,37 Dollar – ein Aufschlag von über 14 Prozent auf die Analystenschätzung. Die Bank erwartet weiterhin steigende Preise bei DRAM und NAND, rechnet aber offenbar nicht mit weiterem Kurspotenzial auf dem aktuellen Niveau.

Andere Häuser sehen das anders: Morgan Stanley hob das Kursziel auf 450 Dollar an, Deutsche Bank sogar auf 500 Dollar. Beide verweisen auf anhaltende Angebotsengpässe und Preisdynamik im Speichermarkt. Auch UBS zog das Ziel auf 450 Dollar nach oben.

HBM4 komplett ausverkauft

Die gesamte HBM4-Produktion für 2026 ist bereits vertraglich gebunden. Micron liefert die nächste Generation seines High-Bandwidth-Memory sogar ein Quartal früher als ursprünglich geplant aus, wie Wolfe Research bestätigte. Damit räumt das Unternehmen frühere Bedenken zur technischen Machbarkeit aus.

Die langfristigen Abnahmeverträge verschaffen Micron ungewöhnlich hohe Umsatzvisibilität in einem traditionell zyklischen Geschäft. Kapazitätserweiterungen laufen parallel in den USA, Japan und New York. S&P Global Ratings stufte Micron kürzlich auf BBB herauf und verwies auf die positiven Effekte der KI-Nachfrage auf EBITDA und Cashflow.

Rekordquartal am 18. März

Für das zweite Geschäftsquartal 2026 prognostiziert Micron einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar – ein weiterer Quartalsrekord. Die Bruttomarge soll 67 Prozent erreichen, der bereinigte Gewinn je Aktie 8,42 Dollar betragen. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen bereits 13,64 Milliarden Dollar erlöst, 57 Prozent mehr als im Vorjahr.

Am 18. März um 22:30 Uhr deutscher Zeit legt Micron die Zahlen vor. Anleger dürften vor allem auf drei Punkte achten: das Tempo beim HBM-Produktionshochlauf, die Nachhaltigkeit der DRAM-Preise und die Frage, ob sich die KI-Server-Nachfrage über Hyperscaler hinaus auf klassische Unternehmensanwendungen ausweitet.

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