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Micron Aktie: HBM4 ausverkauft

Die gesamte HBM4-Kapazität von Micron für 2026 ist verplant. Der Speicherhersteller treibt milliardenschwere Fabrikausbauten voran, um die KI-getriebene Nachfrage zu bedienen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • HBM4-Produktion früher als geplant gestartet
  • Bruttomarge steigt auf bis zu 68 Prozent
  • Investitionen von 200 Milliarden US-Dollar geplant
  • Aktienkurs legt seit Jahresbeginn deutlich zu

Micron setzt im KI-Boom einen echten Haken hinter 2026: Die komplette Produktionskapazität für HBM4-Speicher ist nach Unternehmensangaben bereits verplant. Das zeigt, wie eng der Markt für High-End-Speicher geworden ist – und warum der Konzern gerade so aggressiv ausbaut. Doch wie nachhaltig ist dieser Rückenwind, wenn die Branche für ihre Zyklen bekannt ist?

HBM4: Volumenproduktion früher – Kapazität weg

Micron ist laut Aussagen des Chief Business Officer Sumit Sadana bereits früher als geplant in die Volumenproduktion von HBM4 gestartet. Entscheidend dabei: Das Angebot für 2026 sei „ausverkauft“ – also bis Jahresende vollständig gebucht.

HBM (High-Bandwidth Memory) gilt als Schlüsselkomponente für KI-Rechenzentren, weil solche Speicherlösungen Daten extrem schnell bewegen können. Genau diese KI-getriebene Nachfrage sorgt jetzt dafür, dass Kunden Kapazitäten langfristig sichern wollen.

Milliarden-Ausbau gegen einen engen Markt

Um den Engpass zu entschärfen, fährt Micron ein enormes Investitionsprogramm hoch. Genannt werden rund 200 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Fertigung in den USA – flankiert von weiteren Projekten im Ausland. Im Fokus stehen dabei:

  • Boise (Idaho): Ausbau für rund 50 Mrd. USD mit zwei neuen Fabriken; die erste soll Mitte 2027 mit der Wafer-Produktion starten
  • Syracuse (New York): Standortentwicklung für rund 100 Mrd. USD
  • Japan: Ausbauprojekt über 9,6 Mrd. USD

Der Hintergrund ist simpel: Wenn die Nachfrage schneller steigt als neue Fabriken ans Netz gehen, bleiben Speicherpreise und Auslastung hoch – ein Vorteil für Anbieter, die liefern können.

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Margen-Sprung – aber Zyklusrisiko bleibt

Der KI-Schub verändert laut Bericht auch die Profitabilität deutlich. Die Bruttomarge sei von 18,5% Anfang 2024 auf 56% im jüngsten Quartal gestiegen; für das laufende Quartal stellt Micron 68% in Aussicht. Unternehmensvertreter beschreiben die Lage als außergewöhnlich, weil die eigene Fabrikkapazität nicht ausreiche, um Kunden vollständig zu bedienen. Der CFO beziffert die aktuelle Lieferfähigkeit bei manchen Kunden nur auf rund die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage.

Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb hart: Für HBM4 werden Marktanteile von SK Hynix (54%), Samsung (28%) und Micron (18%) genannt (Stand: September 2025). Und typisch für die Speicherbranche: Hohe Investitionen können später wieder Überkapazitäten erzeugen. Entsprechend steigen auch die Ausgabenpläne – das Capex-Ziel für das Geschäftsjahr 2026 wird mit rund 20 Mrd. USD angegeben (nach etwa 14 Mrd. USD in 2025); für 2027 stehen im Raum über 24 Mrd. USD.

Zum Aktienbild passt das: Der Titel liegt aktuell bei 405,22 USD und hat seit Jahresanfang bereits 28,47% zugelegt – ein Hinweis darauf, dass der Markt den KI-Rückenwind und die HBM4-Knappheit bereits zu einem guten Teil eingepreist hat.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.

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