Micron hat mit einem Rekordquartal geliefert — und gleichzeitig die Spielregeln der Branche verändert. Der Speicherchiphersteller hat erstmals einen Fünf-Jahres-Liefervertrag unterzeichnet und bricht damit mit jahrzehntelanger Praxis. Das ist kein taktischer Schritt, sondern ein Zeichen dafür, wie fundamental sich die Nachfragestruktur im KI-Zeitalter verschoben hat.
Langzeitverträge als neue Branchennorm
CEO Sanjay Mehrotra bestätigte die Unterzeichnung des ersten sogenannten Strategic Customer Agreement (SCA) und verwies auf laufende Verhandlungen mit weiteren Kunden. Anders als die bislang üblichen Einjahresverträge sichern diese Vereinbarungen mehrjährige Liefermengen und Preisrahmen — für beide Seiten ein Gewinn an Planungssicherheit.
Samsung und SK Hynix verfolgen ähnliche Strategien. Die gesamte Speicherchipbranche stellt ihre Vertragsarchitektur auf KI-getriebene Nachfrage um.
Der Grund ist simpel: Angebot und Nachfrage klaffen weit auseinander. Mehrotra erklärte gegenüber CNBC, dass Micron seinen wichtigsten Kunden derzeit nur 50 bis 67 Prozent ihres Bedarfs decken kann. Neue Produktionskapazitäten werden frühestens 2027 ans Netz gehen — spürbare Entlastung ist kaum vor 2028 zu erwarten.
Bruttomargen auf historischem Niveau
Diese Knappheit schlägt sich direkt in den Zahlen nieder. Für das dritte Fiskaljahresquartal prognostiziert Micron eine Bruttomarge von bis zu 81 Prozent — der bisherige Höchstwert lag bei etwas über 60 Prozent. Der Umsetzungsplan für Q3 2026 sieht Erlöse von 33,5 Milliarden Dollar vor, mehr als Micron in jedem vollen Geschäftsjahr bis einschließlich 2024 erwirtschaftet hat. Die gesamte HBM-Kapazität für 2026 ist bereits vertraglich gebunden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
Investitionen belasten die Stimmung
Trotz dieser Zahlen gab die Aktie am Freitag nach. Auslöser war die Ankündigung, dass die Investitionsausgaben im Fiskaljahr 2026 die Marke von 25 Milliarden Dollar überschreiten sollen — für 2027 ist ein weiterer Anstieg um mehr als zehn Milliarden Dollar geplant, hauptsächlich für den globalen Fabrikausbau. Citi-Analysten werteten den Kursrückgang als Gewinnmitnahmen nach einer starken Kursrally und behielten ihre Kaufempfehlung bei.
Bernstein hob das Kursziel auf 510 Dollar an, RBC Capital auf 525 Dollar. Micron ist damit das einzige der zehn wertvollsten US-Technologieunternehmen, dessen Aktie seit Jahresbeginn im Plus liegt — ein Umstand, der das Ausmaß der Neubewertung durch den Markt verdeutlicht.
Ein Risiko bleibt: Sollte die Knappheit bei DRAM und NAND anhalten, könnten die Absatzzahlen bei PCs und Smartphones im laufenden Kalenderjahr im niedrigen zweistelligen Prozentbereich sinken. Micron setzt langfristig darauf, dass On-Device-KI diesen Rückgang durch höheren Speicherbedarf pro Gerät mehr als kompensiert.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 22. März liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
