Die Auftragsbücher sind voll, die Lager leer. Bei Micron Technology klaffen Angebot und Nachfrage im Bereich der KI-Speicherchips so weit auseinander wie selten zuvor. Das katapultiert die Gewinne in nie gekannte Höhen. Marktbeobachter diskutieren nun intensiv, ob der Halbleiterkonzern als nächster Kandidat die Marke von einer Billion Dollar Marktkapitalisierung knackt.
Ausverkauft bis Jahresende
Der fundamentale Treiber hinter der Rally ist High-Bandwidth Memory (HBM). Laut CEO Sanjay Mehrotra ist die gesamte HBM-Produktion für das Jahr 2026 bereits restlos ausverkauft. Das schließt auch die neue HBM4-Generation ein.
Die Cloud-Speicher-Sparte liefert die Beweise für diesen Boom. Im zweiten Quartal sprang der Umsatz hier um 163 Prozent auf 7,7 Milliarden US-Dollar. Im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 100 Prozent.
An der Börse honoriert man diese Dynamik. Die Aktie schloss am Freitag auf einem Rekordhoch von 424,00 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein massives Plus von über 516 Prozent auf der Kurstafel.
Günstige Bewertung oder zyklische Falle?
Finanziell ist das Fundament massiv. Der Gewinn je Aktie explodierte im zweiten Geschäftsquartal um 756 Prozent auf 12,07 US-Dollar. Das drückt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf einen Wert von knapp 23. Micron ist damit günstiger bewertet als der breite S&P 500.
Viele Wall-Street-Häuser passen ihre Modelle entsprechend an:
– Mizuho: Kursziel auf 530 US-Dollar erhöht (Outperform)
– Royal Bank of Canada: Kursziel auf 525 US-Dollar angehoben (Outperform)
– Konsens-Zielwert laut MarketBeat: 464,61 US-Dollar
Parallel dazu nehmen erste Großinvestoren Gewinne mit. Der Pensionsfonds der Lehrer in Kentucky reduzierte seine Position im vierten Quartal um gut 27 Prozent. Ein DCF-Modell von Simply Wall St taxiert den fairen Wert der Aktie gar auf lediglich rund 275 US-Dollar.
Das Risiko der Überkapazitäten
Die scheinbar günstige Bewertung hat einen handfesten Grund. Die aktuellen Speicherpreise sind durch den extremen Engpass künstlich aufgebläht. Sobald Micron und Konkurrenten wie SK Hynix in den kommenden Jahren neue Produktionskapazitäten ans Netz bringen, dürften die Preise sinken. Ein Preisverfall würde die Margen direkt belasten.
Konkurrent SK Hynix rechnet bis 2030 mit einem jährlichen Marktwachstum von 30 Prozent für HBM-Chips. Bis die neuen Fabriken laufen, droht bei klassischen PCs und Smartphones eine Verknappung der Speicherchips.
Die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 540 Milliarden US-Dollar lässt noch Luft nach oben. Solange die KI-Infrastruktur im derzeitigen Tempo ausgebaut wird und die HBM-Preise auf Rekordniveau verharren, bleibt die Gewinndynamik intakt. Die fundamentale Bewährungsprobe für das Bewertungsmodell folgt, sobald die Industrie ab 2027 signifikant mehr HBM-Angebot auf den Markt wirft und die Preise unter Druck geraten.
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