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Micron Aktie: Engpass treibt Rally

Die Speicherchip-Knappheit verschärft sich und verleiht Micron enorme Preismacht. Ein Analyst hebt das Kursziel auf 450 US-Dollar an, gestützt durch starke Quartalszahlen und hohe Nachfrage nach KI-Lösungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursziel von TD Cowen auf 450 US-Dollar angehoben
  • Chip-Engpässe bei DRAM und NAND verschärfen sich
  • Starke operative Zahlen und Rekordmargen im Quartal
  • Aktie notiert direkt am 52-Wochen-Hoch

Während der Gesamtmarkt unter geopolitischen Spannungen leidet, erweist sich Micron Technology als einer der wenigen Gewinner. Getrieben von der ungebrochenen Nachfrage nach KI-Speicherchips und einer massiven Kurszielanhebung durch Analysten markiert das Papier neue Höchststände. Die zentrale These der Optimisten lautet: Die Knappheit bei Speicherchips entspannt sich nicht, sie verschärft sich drastisch.

Kursziel auf 450 US-Dollar geschraubt

Maßgeblich für den jüngsten Optimismus ist eine neue Einschätzung der Investmentbank TD Cowen. Analyst Krish Sankar hob sein Kursziel deutlich von 300 auf 450 US-Dollar an, was einem weiteren Aufwärtspotenzial von rund 24 Prozent entspricht. Seine Begründung ist eindeutig: Die Engpässe bei Speicherchips werden schlimmer statt besser.

Diese Entwicklung verleiht den Herstellern enorme Preismacht. Sankar prognostiziert für das laufende Kalenderjahr einen Gewinn von rund 50 US-Dollar pro Aktie – ein Wert, der weit über dem Marktkonsens von 35,54 US-Dollar liegt. Gespräche in der Branche bestätigen, dass Kunden händeringend versuchen, sich Kapazitäten zu sichern, was die Verhandlungsposition von Micron erheblich stärkt. Experten gehen davon aus, dass die Knappheit bei DRAM- und NAND-Speichern bis in die zweite Jahreshälfte 2026 oder sogar bis 2028 andauern könnte.

Fundamentale Stärke untermauert Anstieg

Die operative Entwicklung des Unternehmens stützt das bullische Szenario. Bereits die Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal 2026 lieferten Rekordwerte, und der Ausblick auf das zweite Quartal übertraf mit einer Umsatzerwartung von 18,7 Milliarden US-Dollar und einer prognostizierten Bruttomarge von 68 Prozent die Erwartungen.

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Zusätzliches Vertrauen schafft der symbolische Spatenstich für die neue 100-Milliarden-Dollar-Fabrik in New York am 16. Januar. Die Anwesenheit von Großkunden wie Apple, Google und Meta unterstreicht den langfristigen Bedarf an KI-Speicherlösungen. Dass Direktor Mark Liu rund um dieses Ereignis über 23.000 Aktien kaufte, werten Marktbeobachter als starkes Vertrauenssignal aus dem Inneren des Konzerns.

Stärke in einem schwachen Markt

Die relative Stärke der Aktie ist bemerkenswert. Während der S&P 500 zuletzt schwächelte, dominierte der Speichersektor die Gewinnerlisten. Mit einem aktuellen Kurs von 363,10 US-Dollar notiert die Aktie direkt an ihrem 52-Wochen-Hoch und verzeichnete auf Jahressicht ein Plus von über 256 Prozent.

Die strukturellen Rahmenbedingungen sprechen weiterhin für die Produzenten. Da die Anzahl der weltweiten Anbieter begrenzt ist und die Kapazitäten diszipliniert gesteuert werden, hat sich die Preismacht fest bei den Herstellern etabliert. Cloud-Service-Provider dürften gezwungen sein, mehrjährige Lieferverträge abzuschließen, um ihren Bedarf zu decken. Dies verschafft Micron eine vorteilhafte Position gegenüber Halbleiterausrüstern, die ihrerseits mit Einschränkungen bei der Erweiterung von Reinraumflächen kämpfen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.