Rekordquartal, Rekordausblick — und trotzdem fiel die Aktie nach den Zahlen um fast fünf Prozent. Micron hat gerade das stärkste Quartal seiner Unternehmensgeschichte gemeldet, doch der Markt reagierte mit Zurückhaltung. Hinter dieser Diskrepanz steckt eine Debatte, die Analysten derzeit intensiv beschäftigt.
Zahlen auf historischem Niveau
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — ein Plus von 196 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge lag bei 74,4 Prozent, der verwässerte Non-GAAP-Gewinn je Aktie bei 12,20 Dollar. Treiber waren vor allem die starke Nachfrage nach DRAM und NAND aus dem KI- und Rechenzentrumsbereich.
Für das laufende dritte Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von rund 81 Prozent — erneut Rekordniveau. Auf Basis dieser Prognosen rechnen Analysten damit, dass der bereinigte Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2027 auf bis zu 92,35 Dollar klettern könnte.
Trotz dieser Zahlen notiert die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,9 — günstiger als der S&P 500 (24,1) und weit unter Nvidias KGV von 36,4. Seit dem Allzeithoch von 402,20 Euro Mitte März hat der Kurs rund 15 Prozent nachgegeben.
HBM4 als struktureller Wachstumstreiber
Der zentrale Wachstumstreiber ist Microns High-Bandwidth-Memory-Geschäft. Die Serienproduktion von HBM4 mit 36 GB in der 12-Hi-Konfiguration hat 2026 begonnen, und das gesamte HBM4-Angebot für das Kalenderjahr 2026 ist bereits vertraglich zu Preis und Volumen abgesichert. Für Nvidias kommende Vera-Rubin-Plattform soll HBM4 in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine zweite Wachstumswelle auslösen, HBM4e folgt 2027.
Das adressierbare HBM-Marktvolumen soll laut Micron von rund 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf etwa 100 Milliarden Dollar bis 2028 wachsen. Ein strukturelles Argument für die Bullen: HBM verbraucht etwa dreimal so viel Waferkapazität wie Standard-DRAM, was die Gesamtversorgung am Speichermarkt strukturell verknappt — unabhängig von der KI-Nachfrage.
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Analysten heben Kursziele deutlich an
Die Quartalszahlen lösten eine Welle von Kurszielerhöhungen aus:
- Raymond James: Kursziel auf 530 Dollar (von 310 Dollar), Outperform
- RBC Capital: Kursziel auf 525 Dollar
- Bernstein: Kursziel auf 510 Dollar
- Needham: Kursziel auf 500 Dollar (von 450 Dollar), Buy
29 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, fünf stufen sie als starken Kauf ein.
Das Zyklusrisiko bleibt
Der Bewertungsabschlag spiegelt eine historisch begründete Skepsis wider. Speicherchips gelten als zyklische Industrie, in der Angebotsüberhänge Preise schnell unter Druck setzen können. Micron plant für das Geschäftsjahr 2026 Investitionsausgaben von über 25 Milliarden Dollar — im Folgejahr sollen die baubezogenen Ausgaben allein um mehr als 10 Milliarden Dollar steigen.
Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck: Samsung arbeitet an der HBM-Qualifizierung bei Nvidia, SK Hynix hält die Technologieführerschaft. Jede Verschiebung bei der Kundenzuteilung oder ein schnellerer Kapazitätsaufbau der Konkurrenz könnte die Preisdynamik drehen.
Als einziger US-amerikanischer Hersteller fortschrittlicher Speicherprodukte besitzt Micron allerdings eine Positionierung, die Samsung und SK Hynix für amerikanische Kunden mit Fokus auf Lieferkettensicherheit nicht replizieren können. Ob dieser Vorteil den Bewertungsabstand zu Nvidia und Co. langfristig schließt, wird sich an der Entwicklung der KI-Infrastrukturausgaben in der zweiten Jahreshälfte 2026 ablesen lassen.
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