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Micron Aktie: Bewertung umstritten

Micron profitiert von der KI-Nachfrage nach Speicherchips, doch die Bewertung nach der starken Rally ist umstritten. Analysten heben Ziele an, während DCF-Modelle vor Überbewertung warnen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursziele von 450 bis 500 Dollar durch Analysten
  • Optimistische Prognose sieht 650 Dollar bis Ende 2026
  • Treiber ist KI-getriebene Nachfrage nach HBM-Chips
  • DCF-Modell deutet auf mögliche Überbewertung hin

Micron hat in den vergangenen zwölf Monaten eine enorme Rally hingelegt – und trotzdem werden die Kursziele weiter nach oben geschoben. Neue, optimistische Prognosen stellen sogar Kurse von mehr als 650 Dollar bis Ende 2026 in den Raum. Doch nach den Rekordständen dreht sich die Debatte immer stärker um eine Frage: Ist die Bewertung noch durch Zahlen gedeckt?

Wichtige Eckdaten (Stand: heute)
Kurs: ca. 411,66 US-Dollar
Performance 12 Monate: +315%
Neue Kursziele: 450 US-Dollar (Morgan Stanley), 500 US-Dollar (Deutsche Bank)
Umsatzprognose GJ 2026: rund 76 Mrd. US-Dollar (Schätzung)
Treiber: KI-getriebene Nachfrage nach HBM- und DRAM-Speichern

Das bullische Szenario bis 650 Dollar

Laut einem Bericht von The Globe and Mail (heute veröffentlicht) könnte die Aktie bis Ende 2026 über 650 Dollar steigen. Die Begründung: Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein Umsatzsprung um 81% auf 76 Milliarden US-Dollar erwartet. Zudem stellt die Analyse eine mögliche Verdreifachung des Gewinns je Aktie (EPS) in Aussicht.

Ein weiterer Punkt ist die Bewertung über das Forward-KGV. Im Vergleich: Nvidia und AMD werden in der Analyse mit Forward-KGVs von etwa 25 beziehungsweise 32 genannt, während Micron bei rund 12 liege. Die Rechnung dahinter: Würde Micron auf ein Bewertungsniveau in Richtung des Nasdaq-100-Durchschnitts von 25 kommen, wäre theoretisch sogar ein Kurs von bis zu 843 Dollar ableitbar. Die genannte Prognose bleibt jedoch bewusst bei der Spanne um 650 Dollar.

Kursziele steigen – mit klaren Begründungen

Den Optimismus stützen konkrete Anpassungen großer Häuser: Morgan Stanley bekräftigte am 12. Februar das Rating „Overweight“ und hob das Kursziel von 350 auf 450 Dollar an. Als Treiber nennt die Bank starke DRAM-Preise und Angebotsengpässe.

Auch Deutsche Bank erhöhte am 11. Februar ihr Ziel auf 500 Dollar. Als Argument werden bessere Margenaussichten genannt, getrieben durch die hohe Nachfrage nach KI-Speicherchips.

In den Analysen taucht zudem das Stichwort „Supercycle“ im Speichermarkt auf – vor allem wegen der Knappheit von High Bandwidth Memory (HBM), das für KI-Hardware benötigt wird.

DCF-Modell warnt vor Überbewertung

Trotz der positiven Erwartungen gibt es Gegenwind aus der Bewertungsecke. Simply Wall St kommt in einer heute veröffentlichten Analyse auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells (DCF) zu dem Schluss, dass die Aktie über dem inneren Wert liegen könnte. Die Plattform beziffert diesen Wert auf etwa 190 Dollar.

Gleichzeitig liefert dieselbe Auswertung ein widersprüchliches Signal: Das aktuelle KGV von 38,9 liege unter dem Branchenschnitt von 43,4. Für bewertungsorientierte Anleger bleibt das Bild damit gemischt, weil unterschiedliche Modelle und Kennzahlen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Zum Fundament gehört auch die Eigentümerstruktur: Der institutionelle Anteil wird mit über 80% angegeben. Damit hängt der Kurs laut Text stark an der Frage, ob die Nachfrage nach Rechenzentrums-Infrastruktur und KI-Hardware nachhaltig hoch bleibt – denn genau dort wird HBM- und DRAM-Kapazität in großem Stil gebraucht.

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Diskussion zu Micron

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.