Micron Technology baut sein Mega-Werk in New York schneller als geplant. Am Mittwoch gab der Halbleiterhersteller bekannt, Bechtel als Generalunternehmer für die erste Bauphase des Komplexes in Clay, New York, ausgewählt zu haben. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul bestätigte: Das Projekt liegt vier Monate vor dem Zeitplan.
Bechtel startet sofort am White Pine Commerce Park in Onondaga County. Micron hatte dort erst im Januar 2026 den ersten Spatenstich gesetzt.
Größte Privatinvestition in New Yorks Geschichte
Das Werk in Clay soll zur größten Halbleiterfabrik der USA werden. Die wirtschaftlichen Prognosen sind beeindruckend: 50.000 neue Jobs in New York, davon mehr als 4.500 Baustellen-Positionen. Über die nächsten drei Jahrzehnte soll das Projekt jährlich rund 16,7 Milliarden Dollar an realem Wirtschaftsertrag für den Bundesstaat generieren — und etwa 5,4 Milliarden Dollar pro Jahr an Einkommen für New Yorker.
Microns Produktionschef Manish Bhatia bezeichnete das Werk als Eckpfeiler der amerikanischen KI-Führungsrolle. Die Fabrik soll den weltweit modernsten Arbeitsspeicher herstellen.
Neues Board-Mitglied mit KI-Profil
Einen Tag vor der Bechtel-Meldung, am 9. Juni, berief Micron Dr. Alexis Black Björlin in den Aufsichtsrat. Sie war zuvor in Führungspositionen bei Nvidia, Meta, Broadcom und Intel tätig und arbeitet heute als Chief Strategy Officer bei General Catalyst. Ihr Fokus liegt auf KI-Infrastruktur und Halbleitern. Mit ihrer Berufung zählt das Board neun Mitglieder, acht davon unabhängig.
Kurs unter Druck — trotz bullisher Analysten
Gute Nachrichten auf der einen Seite, Kursdruck auf der anderen. Micron-Aktien verloren am Mittwoch rund 3,7 Prozent auf 774,50 Euro. Auf Sieben-Tage-Sicht beträgt das Minus fast 17 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 938,70 Euro, erst am 3. Juni erreicht, liegt bereits 17,5 Prozent entfernt.
Der Rückgang spiegelt keine Micron-spezifischen Probleme wider. Geopolitische Spannungen zwischen den USA und Iran sowie Sorgen um US-Inflationsdaten drücken den gesamten Technologiesektor. Trotzdem bleibt die langfristige Performance außergewöhnlich: Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 188 Prozent zugelegt.
Analysten bleiben überwiegend optimistisch. Goldman Sachs hält zwar an „Neutral“ fest, hob das Kursziel aber drastisch von 400 auf 900 Dollar an. Daiwa Securities erhöhte sein Ziel von 700 auf 1.600 Dollar bei „Buy“. UBS und Cantor Fitzgerald sehen die Aktie bei 1.625 beziehungsweise 1.500 Dollar.
Der nächste konkrete Prüfstein kommt am 24. Juni: Dann veröffentlicht Micron seine Zahlen für das dritte Fiskalquartal. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 34 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 19,47 Dollar. Microns eigene Prognose liegt bei 33,5 Milliarden Dollar Umsatz und 19,15 Dollar EPS — jeweils mit engem Korridor.
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