Micron Technology profitiert massiv vom KI-Boom – und das mit handfesten Zahlen. Der Speicherchip-Hersteller hat seine High Bandwidth Memory (HBM)-Produktion für das gesamte Kalenderjahr 2026 bereits vollständig ausverkauft. Dahinter steht die anhaltende Knappheit bei Schlüsselkomponenten für KI-Rechenzentren. Während viele Chipkonzerne unter Margendruck leiden, kann Micron seine Preise durchsetzen.
Starke Quartalszahlen treiben Kurs
Im ersten Geschäftsquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 57 Prozent im Jahresvergleich. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,78 US-Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Verantwortlich für die Stärke sind vor allem DRAM- und NAND-Speicherchips, bei denen Micron aktuell eine ungewöhnlich gute Preissetzungsmacht genießt.
Die HBM-Chips, die in KI-Beschleunigern verbaut werden, sind dabei zum Engpassfaktor geworden. Hyperscaler wie Amazon, Microsoft und Google investieren massiv in Rechenzentrums-Infrastruktur – und Micron kann kaum schnell genug liefern. Diese Konstellation hat die Aktie seit dem Frühjahr 2025 von rund 60 US-Dollar auf zuletzt 414,88 US-Dollar getrieben.
Intel bestätigt Branchentrend
Auch die jüngsten Zahlen von Intel, die am 22. Januar veröffentlicht wurden, bestätigen das angespannte Angebots-Nachfrage-Verhältnis. CEO Lip-Bu Tan, der seit März 2025 den Turnaround des Chipriesen leitet, betonte die anhaltenden Lieferengpässe im Server-Segment. Während Intel sich auf Prozessoren konzentriert, zeigt die branchenweite Knappheit: Der Boom bei KI-Hardware ist kein kurzfristiger Hype.
Die Marktstimmung für Micron bleibt entsprechend optimistisch. Als einer der Top-Performer im Nasdaq 100 spiegelt die Aktie das Vertrauen der Investoren in die Fortsetzung des Memory-Zyklus wider. Die Frage ist nun, ob Micron auch 2027 von dieser Dynamik profitieren kann – erste Prognosen der Hyperscaler deuten darauf hin, dass die Nachfrage vorerst nicht nachlässt.
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