Micron Technology zündet die nächste Stufe seiner globalen Expansion. Das Unternehmen baut eine neue Chipfabrik im japanischen Hiroshima. Kostenpunkt: umgerechnet 9,3 Milliarden US-Dollar. Das Ziel: die absolute Dominanz im Markt für KI-Speicherchips.
An der Börse herrscht derweil etwas Gegenwind. Die Aktie notiert aktuell bei 820,70 Euro. Das entspricht einem Minus von 10,1 Prozent auf Wochensicht. Die langfristige Bilanz beeindruckt jedoch weiterhin. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Kursplus von 205 Prozent auf der Anzeigetafel.
Fokus auf KI-Speicher
Die neue Fabrik in Hiroshima produziert künftig sogenannte High Bandwidth Memory (HBM). Diese HBM-Chips und fortschrittliche DRAM-Bausteine sind für künstliche Intelligenz unverzichtbar. Das japanische Wirtschaftsministerium bezuschusst das Projekt mit umgerechnet 3,3 Milliarden US-Dollar. Das unterstreicht die strategische Bedeutung der Anlage für die globale Lieferkette.
Japan baut seine heimische Chipproduktion gezielt mit ausländischem Kapital wieder auf. Micron installiert die ersten Produktionsanlagen in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Hiroshima. Der US-Konzern formuliert klare Ambitionen. Das Management will den Marktanteil bei HBM-Chips zügig auf das Niveau des traditionellen DRAM-Geschäfts hieven.
Neue Partnerschaften sichern Umsatz
Neben neuen Fabriken baut Micron auch die eigene Kundenbasis aus. Am 6. Juli 2026 unterschrieb der Chiphersteller einen großen Liefervertrag mit Ford. Die Partnerschaft sichert dem Autobauer langfristig Speicherplattformen für seine kommenden Fahrzeuggenerationen. Moderne Autos benötigen durch neue Sensorik immer mehr Rechenleistung.
Ähnliche Vereinbarungen schloss Micron zuletzt reihenweise ab. Anfang Juli meldete der Konzern einen Deal mit General Motors. Ende Juni folgte eine strategische Allianz mit dem KI-Entwickler Anthropic. Die Strategie dahinter: Langfristige Verträge glätten die berüchtigten Boom-and-Bust-Zyklen der Halbleiterbranche.
Rekordzahlen und US-Projekte
Finanziell surft Micron bereits auf der KI-Welle. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz auf den Rekordwert von 41,46 Milliarden US-Dollar. Datenzentren verlangen regelrecht nach neuen Speicherlösungen. Für das laufende Quartal rechnet der Vorstand mit knapp 50 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Parallel treibt Micron den Ausbau auf dem Heimatmarkt voran. In New York baut der Konzern mit dem Partner Bechtel eine Mega-Fabrik. Geplantes Investitionsvolumen: 100 Milliarden US-Dollar. Auch das neue Werk im Bundesstaat Idaho macht schnelle Fortschritte. Dort startet die reguläre DRAM-Produktion planmäßig im Jahr 2027. Der US-CHIPS Act flankiert diesen heimischen Ausbau mit direkten Fördermitteln in Höhe von 6,4 Milliarden US-Dollar.
