Einen Tag nach dem 52-Wochen-Hoch bei 938,70 Euro bricht die Micron-Aktie um mehr als acht Prozent ein. Das passiert ausgerechnet dann, wenn das Unternehmen auf der COMPUTEX 2026 in Taipeh sein wohl stärkstes Produktportfolio seit Jahren präsentiert.
Neue Chips für das KI-Zeitalter
Micron zeigte in Taipeh eine Reihe von Produkten, die gezielt auf den wachsenden Bedarf von KI-Rechenzentren zugeschnitten sind. Das Herzstück: der HBM4 mit 36 Gigabyte in 12-Layer-Bauweise. Dieser Hochbandbreitenspeicher soll den Durchsatz bei der Ausführung großer Sprachmodelle deutlich steigern.
Hinzu kommen zwei SSD-Neuheiten. Der Micron 9650 ist nach Unternehmensangaben die weltweit erste kommerziell verfügbare PCIe-Gen6-SSD. Der Micron 6600 ION bietet bis zu 245 Terabyte Kapazität und soll den Stromverbrauch sowie den Platzbedarf im Rechenzentrum gegenüber klassischen Festplatten erheblich senken.
Ferner stellte Micron den 256-GB-SOCAMM2-Arbeitsspeicher vor. Er richtet sich an energieeffiziente KI-Anwendungen — von PCs und Smartphones bis hin zu Robotik und Fahrzeugsystemen.
HBM4-Sampling läuft bereits
Neben den Produktankündigungen bestätigte Micron, dass das Sampling von HBM4-Produkten bei wichtigen Kunden für die nächste KI-Plattformgeneration bereits begonnen hat. Die hauseigene 1-Gamma-DRAM-Technologie bietet dabei eine um 30 Prozent höhere Bitdichte gegenüber der Vorgängergeneration. Das verschafft Micron einen Kostenvorteil bei der Produktion.
Das Unternehmen verweist auf strategische Kundenvereinbarungen und ein wachsendes Cloud-Speichergeschäft als Treiber für Rekordumsätze und steigende Margen.
Kurs unter Druck trotz starker Story
Der Kursrückgang von über acht Prozent auf 855 Euro wirkt auf den ersten Blick seltsam. Auf Jahressicht hat die Aktie allerdings fast das Neunfache zugelegt — ein Anstieg von mehr als 845 Prozent. Allein seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 218 Prozent.
Nach einer solchen Rallye braucht es keinen fundamentalen Rückschlag, um Gewinnmitnahmen auszulösen. Der RSI lag zuletzt bei 69 — knapp unterhalb der klassischen Überkauft-Schwelle. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 92 Prozent zeigt, wie stark die Schwankungen in beide Richtungen ausfallen können.
Das nächste konkrete Datum für Micron-Aktionäre ist der reguläre Quartalsbericht, der Aufschluss darüber geben wird, ob die HBM4-Nachfrage bereits in den Zahlen ankommt.
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