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Symbolbild, KI-generiert

Micron Aktie: 52,4 Millionen Dollar Insiderverkäufe

Micron verzeichnet ersten Rücksetzer nach Rekordlauf. Insiderverkäufe und Fondsumschichtungen belasten, während operative Expansion und KI-Nachfrage stark bleiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt um fünf Prozent
  • Insiderverkäufe in Millionenhöhe
  • Fonds reduzieren Halbleiterpositionen
  • Produktionsausbau in Asien läuft

Micron erlebt nach einem extremen Rekordlauf den ersten spürbaren Dämpfer. Insiderverkäufe und Umschichtungen großer Fonds treffen eine Aktie, die vom KI-Speicherboom fast senkrecht nach oben getragen wurde. Der Konflikt ist klar: kurzfristiger Verkaufsdruck trifft auf einen weiterhin angespannten Speichermarkt.

Verkaufsdruck nach dem Höhenflug

Am Freitag notiert die Aktie bei 645,10 Euro und verliert 5,01 Prozent. Seit Jahresanfang bleibt dennoch ein Plus von 139,81 Prozent stehen. Vom Rekordhoch vom Mittwoch ist der Kurs damit wieder sichtbar abgerückt.

Der jüngste Druck hat konkrete Auslöser. Direktor Steven J. Gomo verkaufte am 11. Mai 2.000 Aktien zu durchschnittlich 787,03 Dollar.

Das Paket kam auf rund 1,57 Millionen Dollar. Zuletzt summierten sich Insiderverkäufe auf rund 52,4 Millionen Dollar. Solche Verkäufe bedeuten nicht automatisch Misstrauen, können nach einer Rally aber Gewinnmitnahmen verstärken.

Auch Fonds mussten abgeben. Ross Gerber, Mitgründer von Gerber Kawasaki, erklärte am 14. Mai Verkäufe bei Micron, Nvidia und Broadcom. Grund war eine Sektorgrenze von 25 Prozent im Fonds, nicht eine geänderte Einschätzung. Zur Halbleitergruppe blieb er nach eigener Aussage „sehr optimistisch“.

Ausbau in Asien läuft weiter

Operativ setzt Micron den Ausbau fort. In Hiroshima soll noch in diesem Monat der Bau einer neuen Anlage starten. Sie soll ab 2028 HBM-Chips liefern und erhält staatliche Zuschüsse von rund 536 Milliarden Yen.

Micron reagiert damit auf den Engpass bei Hochbandbreitenspeicher. Dieser Speicher ist für KI-Beschleuniger zentral, weil große Datenmengen sehr schnell zwischen Prozessor und Speicher fließen müssen.

In Taiwan hat Micron den P5-Standort in Tongluo von Powerchip Semiconductor Manufacturing übernommen. Die Umrüstung des 300.000 Quadratfuß großen Reinraums begann im März. Eine zweite Anlage ähnlicher Größe soll bis zum Ende des Geschäftsjahres starten.

KI-Speicher bleibt der Treiber

Der Produktzyklus passt zur Investitionswelle. Micron stellte Muster neuer DDR5-Servermodule mit 256 Gigabyte vor. Sie basieren auf der eigenen 1-Gamma-DRAM-Technologie und zielen auf Rechenzentren sowie KI-Inferenz.

Das Management meldet weiter mehr Nachfrage als Angebot bei DRAM und NAND. Für die gesamte HBM-Produktion im Geschäftsjahr 2026 hat Micron bereits Preis- und Mengenvereinbarungen geschlossen.

Im zweiten Geschäftsquartal erzielte Micron einen Rekordumsatz von 23,86 Milliarden Dollar. Das war fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Für das dritte Geschäftsquartal stellt der Vorstand rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht.

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2026 sollen über 25 Milliarden Dollar liegen. Die Bewertung preist viel davon ein: Das rückblickende KGV liegt bei rund 36, das erwartete bei knapp 8.

Kurzfristig bleibt die Aktie technisch heiß, auch der RSI von 77 zeigt eine überkaufte Lage. Trifft Micron die Umsatzprognose für das dritte Geschäftsquartal und halten die HBM-Preise, bleibt die Wachstumsstory intakt. Weitere Insiderverkäufe würden den Kurs nach dem Rekordlauf dagegen anfällig halten.

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