An der Wall Street verschiebt sich der Blick auf den KI-Boom. Nicht Nvidia dominiert derzeit die Handelsaktivität, sondern Micron. Der Grund ist simpel: KI braucht nicht nur Rechenchips, sondern immer mehr Hochleistungs-Speicher.
Speicher rückt ins Zentrum
Micron handelte in sechs der vergangenen neun Handelstage mit höherem Volumen als Nvidia. Im kurzfristigen Schnitt wechselten Micron-Aktien im Wert von 47 Milliarden Dollar den Besitzer. Bei Nvidia waren es 34 Milliarden Dollar.
Was wie eine Marktlaune wirkt, hat einen klaren Kern. Micron hatte Nvidia erstmals am 19. März beim Tagesvolumen überholt. Seitdem hat sich der Abstand verfestigt.
Der Handel zeigt damit eine neue Priorität im Halbleitersektor. Investoren greifen nicht nur bei GPU-Anbietern zu. Sie suchen auch nach Firmen, die den Speicherengpass im KI-Ausbau bedienen.
Der Kurs kühlt ab
Am Montag notierte die Aktie bei 588,10 Euro und verlor 5,75 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 13 Prozent. Nach der steilen Rally wirkt der Rücksetzer nicht überraschend.
Die Bewegung bleibt dennoch extrem. Seit Jahresbeginn liegt Micron weiter 118,62 Prozent im Plus. Vom jüngsten Jahreshoch bei 685,40 Euro trennen die Aktie nun 14,20 Prozent.
Diese Mischung erklärt die Nervosität. Die Geschäftsdaten liefern Rückenwind, der Kurs hat aber bereits viel Zukunft eingepreist. Kein Wunder, dass kleinere Zweifel sofort stärker durchschlagen.
Die Zahlen tragen den Hype
Micron setzte im zweiten Geschäftsquartal 23,9 Milliarden Dollar um. Das war ein Plus von 196 Prozent zum Vorjahr. Die Bruttomarge stieg auf über 70 Prozent.
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Auch beim Gewinn zeigt sich der Hebel im Speicherzyklus. Micron verdiente 12,07 Dollar je Aktie, ein Anstieg um 756 Prozent. Für die laufende Periode stellt das Management 18,90 Dollar je Aktie in Aussicht.
Der wichtigste Treiber bleibt High-Bandwidth-Memory. Micron meldet, dass die HBM-Kapazität bis Ende 2026 ausverkauft ist. Der neue HBM4-Standard soll in Nvidias nächste Accelerator-Generation fließen.
Dazu kommen stark steigende DRAM-Vertragspreise. Der Markt verarbeitet eine Knappheit, die nach Branchenprognosen nicht rasch verschwindet. Für Micron ist das die perfekte operative Lage.
Bewertung spaltet die Wall Street
Die Insiderverkäufe setzen einen Kontrast zur Euphorie. Führungskräfte und Direktoren verkauften zuletzt Aktien für rund 52,4 Millionen Dollar. Darunter waren größere Blöcke von CEO Sanjay Mehrotra und Direktor Steven Gomo.
BofA-Analyst Vivek Arya bleibt klar optimistisch. Er hob sein Kursziel von 500 auf 950 Dollar an und verweist auf stärkere Nachfrage nach KI-Speicher. Die Bank sieht den Markt für KI-Rechenzentren bis 2030 bei 1,7 Billionen Dollar statt zuvor 1,4 Billionen Dollar.
Morningstar bleibt vorsichtiger. Die Begründung ist klassisch: DRAM und NAND sind zyklische Märkte. Wenn Angebot aufholt oder Nachfrage nachlässt, können Preise und Margen schnell kippen.
Genau das erklärt die ungewöhnliche Bewertung. Micron handelt mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 10. Der Branchenschnitt liegt eher um 30.
Der nächste Prüfstein ist, ob die ausverkaufte HBM-Kapazität in Lieferungen mit hohen Margen mündet, bevor neue Fabriken den Engpass entschärfen. Bis dahin bewertet der Markt Micron nicht mehr wie einen normalen Speicherzykliker, sondern als Engpasslieferanten im KI-Ausbau.
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