Micron hat eine Woche hinter sich, die Maßstäbe setzt. Rekordergebnisse, ein neues 52-Wochen-Hoch — und dann ein scharfer Rücksetzer am Freitag. Das Bild ist widersprüchlich, die Zahlen dahinter sind es nicht.
Quartalsergebnisse weit über Erwartungen
Der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 kletterte auf 41,5 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit 35,1 Milliarden gerechnet.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 25,11 Dollar — gegenüber einer Konsensschätzung von 20,39 Dollar. Besonders auffällig: Die Bruttomarge erreichte 84,9 Prozent. Damit übertraf Micron kurzzeitig sogar Nvidia in dieser Kennzahl.
DRAM-Umsätze machten mit 31,3 Milliarden Dollar den Löwenanteil aus. NAND steuerte knapp 9,9 Milliarden bei. Obendrein erklärte das Unternehmen eine Dividende von 0,15 Dollar je Aktie.
Langfristverträge sollen Zyklus brechen
Micron hat 16 sogenannte Take-or-Pay-Vereinbarungen mit strategischen Kunden abgeschlossen. Diese Verträge laufen bis 2030 und sind nicht kündbar. Sie decken rund 20 Prozent der DRAM-Kapazität und ein Drittel der NAND-Kapazität ab.
Das gesicherte Mindestvolumen beläuft sich auf 100 Milliarden Dollar. Von den vereinbarten Kundenvorauszahlungen in Höhe von 22 Milliarden Dollar sind bereits 18 Milliarden als Barzahlungen eingegangen. Die Verträge enthalten Preisuntergrenzen, die über historischen Spitzenmargen liegen — ein gezieltes Instrument gegen die Überbestellungen und abrupten Stornierungen vergangener Zyklen.
Kurskorrektur nach Allzeithoch
Am Donnerstag, dem 25. Juni, markierte die Aktie ihr 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro. Einen Tag später schloss sie bei 995,60 Euro — ein Tagesverlust von 6,52 Prozent. Auf Wochensicht bleibt ein minimales Plus von 0,41 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Kursanstieg 270 Prozent.
Der RSI liegt nach dem Rücksetzer bei 59,7 — deutlich unterhalb der überkauften Zone, die die Aktie Mitte der Woche noch erreicht hatte.
Analysten heben Kursziele an
Wall Street reagierte mit einer Welle von Zielpreiserhöhungen. Melius Research sieht die Aktie bei 2.200 Dollar und vergleicht das Geschäftsmodell mit einem Software-as-a-Service-Anbieter wegen der wiederkehrenden Umsätze. Susquehanna nennt 2.000 Dollar, JPMorgan 1.540 Dollar, Morgan Stanley 1.200 Dollar.
Für das vierte Quartal erwartet Micron einen Umsatz zwischen 49 und 51 Milliarden Dollar. Der Analystenkonsens lag zuvor bei 43,2 Milliarden. Die Investitionen sollen im laufenden Geschäftsjahr rund 27 Milliarden Dollar erreichen — und im Folgejahr auf über 40 Milliarden steigen. Hintergrund: Micron rechnet damit, dass die Nachfrage nach High Bandwidth Memory das Angebot bis 2028 übersteigt.
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