Micron Technology schraubt seine US-Investitionspläne massiv nach oben. Der Speicherchiphersteller will bis 2035 mehr als 250 Milliarden Dollar in amerikanische Fabriken stecken. Das sind 50 Milliarden mehr als noch vor Kurzem angekündigt.
Am Kapitalmarkt kommt die Nachricht gemischt an. Die Micron-Aktie fällt um 2,24 Prozent auf 847,80 Euro und liegt damit auch sieben Tage im Minus. Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick dramatisch, relativiert sich aber im Kontext: Seit Jahresbeginn steht bei Micron ein Kursplus von 215 Prozent zu Buche.
Neue Megafab läuft der Zeitplanung voraus
Am 9. Juli goss Micron den ersten Beton für seine neue „Megafab“ im Bundesstaat New York. Der Baubeginn liegt mehr als ein Quartal vor dem ursprünglichen Zeitplan. Am Standort Clay sollen langfristig bis zu vier große Fertigungsanlagen entstehen.
Das Ziel dahinter: Bis 2035 will Micron 40 Prozent seiner weltweiten DRAM-Produktion in die USA zurückholen. CEO Sanjay Mehrotra spricht von einer „beispiellosen“ Nachfrage nach Speicherchips. Treiber ist der KI-Boom. Laut Unternehmensangaben entfallen inzwischen mehr als 50 Prozent der gesamten Speichernachfrage auf Rechenzentren.
Milliarden für die Lieferkette
Parallel zum eigenen Fabrikausbau steckt Micron drei Milliarden Dollar in die heimische Zulieferkette. Rund 500 Millionen Dollar davon fließen an GlobalWafers für ein Waferwerk in Texas. Ein zehnjähriger Liefervertrag soll Micron damit dauerhaft mit 300-Millimeter-Wafern versorgen.
Weitere Standorte kommen hinzu. In Boise, Idaho, soll die erste Waferproduktion Mitte 2027 anlaufen. In Virginia läuft die Fertigung von 1-Alpha-DDR4-Speicher bereits.
Die US-Projekte sollen zusammen mehr als 90.000 Jobs schaffen. Allein in New York rechnet Micron mit 9.000 direkten und 40.000 indirekten Stellen. Der CHIPS and Science Act sowie rund 5,5 Milliarden Dollar an Förderzusagen aus New York stützen das Vorhaben finanziell.
Starke Zahlen, aber Kurs unter Druck
Die Investitionsoffensive folgt auf ein Rekordquartal. Im dritten Geschäftsquartal 2026, das am 28. Mai endete, meldete Micron einen Umsatz von 41,5 Milliarden Dollar – ein Plus von 346 Prozent zum Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft erreichte dabei eine Bruttomarge von 87 Prozent.
Trotz dieser Zahlen notiert die Aktie mittlerweile 23,19 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, erreicht am 25. Juni. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 409,13 Euro bleibt dennoch enorm: Hier steht ein Plus von über 107 Prozent zu Buche. Analysten verweisen zudem darauf, dass Microns High-Bandwidth-Memory-Kapazitäten für den Rest des Jahres 2026 bereits vollständig verkauft sind.
Für das vierte Geschäftsquartal rechnet Micron mit einem Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge nahe 86 Prozent. Rund 40 Prozent des künftigen Umsatzes hat das Unternehmen bereits über langfristige Kundenverträge abgesichert, die teilweise bis ins Jahr 2030 reichen.
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