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Micron Aktie: 40 Prozent DRAM aus Clay, New York

Micron startet früher als geplant den Bau der größten US-Chipfabrik in New York. Ein 250-Milliarden-Investitionsplan bis 2035 soll die KI-Nachfrage bedienen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Baustart in New York vorgezogen
  • Investition von 250 Milliarden Dollar
  • 50.000 Arbeitsplätze in der Region
  • Liefervertrag mit GlobalWafers gesichert

Micron baut in New York die größte Chipfabrik der US-Geschichte. Der Speicherhersteller hat gerade den ersten Beton gegossen — mehr als ein Quartal früher als geplant. Dahinter steckt ein Investitionsplan von historischem Ausmaß.

Bis 2035 will Micron über 250 Milliarden Dollar in die USA stecken. Der Fokus liegt auf dem Ausbau amerikanischer Fabriken und neuer Fertigungstechnologien. Der Treiber dafür ist simpel: Die Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz explodiert.

Die größte Chipfabrik der US-Geschichte

Das Werk in Clay, New York, soll künftig 40 Prozent der gesamten DRAM-Produktion von Micron liefern. Rund 50.000 Arbeitsplätze entstehen laut Unternehmensangaben in der Region, davon 9.000 direkt bei Micron selbst. Kein anderer Halbleiterstandort in den USA hätte damit eine vergleichbare Größe.

Der frühzeitige Baustart signalisiert Tempo. Micron scheint den Ausbau schneller vorantreiben zu wollen, als ursprünglich kommuniziert.

Lieferketten-Absicherung mit GlobalWafers

Parallel zum Fabrikausbau sichert sich Micron die Rohstoffversorgung. Bis zu 3 Milliarden Dollar fließen in die US-Lieferkette für Halbleiter. Ein zentraler Baustein: 500 Millionen Dollar an strategischer Finanzierung für GlobalWafers Co., Ltd.

Das Geld unterstützt den Ausbau der 300-Millimeter-Siliziumwaferfabrik von GlobalWafers America in Sherman, Texas. Zusätzlich haben beide Unternehmen einen Liefervertrag über zehn Jahre geschlossen. Damit sichert sich Micron langfristig Zugriff auf große Mengen an Rohsilizium-Wafern — dem Grundmaterial für jeden Chip.

Aktie unter Hochspannung

Die Aktie schloss am Freitag bei 857,30 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von 743,3 Prozent zu Buche — ein Kursverlauf, der selbst in der Chipbranche außergewöhnlich ist. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 218,7 Prozent im Plus.

Vom Rekordhoch bei 1.103,80 Euro aus dem Juni ist die Aktie aktuell 22,3 Prozent entfernt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 803,32 Euro, der aktuelle Kurs damit knapp 6,7 Prozent darüber. Der RSI von 48,7 zeigt eine neutrale Marktstimmung — weder überkauft noch überverkauft.

Die Kursbewegung der vergangenen Wochen wirkt damit wie eine Verschnaufpause nach einem fulminanten Lauf. Fundamental spricht wenig gegen die Story: Micron meldete starke Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal 2026 und stellt für das vierte Quartal Erlöse von rund 50 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten bewerten die Aktie überwiegend mit „Kaufen“.

Der Speicherchipmarkt dürfte laut Markteinschätzungen mindestens bis 2027 angespannt bleiben. Die KI-Nachfrage nach Hochleistungsspeicher treibt Preise und Auslastung. Für Micron bedeutet das: Der Milliarden-Ausbau in New York und Texas trifft auf ein Marktumfeld, das genau diese Kapazitäten braucht.

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Diskussion zu Micron

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.