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Micron Aktie: 250 Milliarden Dollar bis 2035

Micron Technology stockt US-Investitionen auf über 250 Milliarden Dollar auf. Neue Fabriken in New York, Idaho und Virginia geplant.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Investitionssumme auf 250 Mrd. Dollar erhöht
  • Neue Chipwerke in drei US-Bundesstaaten
  • KI-Boom treibt Speichernachfrage an
  • Aktie trotz Rekordrally unter Druck

Micron Technology hat sein Investitionsprogramm in den USA deutlich aufgestockt und damit für einen der prominentesten Chip-Auftritte des Sommers gesorgt. CEO Sanjay Mehrotra kündigte am 11. Juli 2026 an, das Unternehmen werde bis 2035 mehr als 250 Milliarden Dollar in den Ausbau amerikanischer Fabriken und in die Entwicklung von KI-Speicherchips stecken. Zuvor hatte Micron eine Investitionssumme von 200 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Ziel der Offensive ist es, künftig 40 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion in den Vereinigten Staaten zu fertigen.

Neue Werke in New York, Idaho und Virginia

Kern der Ausbaupläne sind neue Fabriken in New York, wo bis zu vier Werke entstehen sollen, sowie zusätzliche Kapazitäten in Idaho und Virginia. Am Standort Clay im Bundesstaat New York wurde bereits der erste Beton gegossen, nach Unternehmensangaben früher als ursprünglich geplant. Ergänzend kündigte Micron eine gesonderte Investition von bis zu drei Milliarden Dollar zur Stärkung der heimischen Halbleiter-Lieferkette an. Die Investitionswelle soll nach Unternehmensangaben rund 100.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, einen erheblichen Teil davon allein am Standort New York.

Treiber der Ausbaupläne ist die anhaltend starke Nachfrage nach Speicherchips für künstliche Intelligenz. Mehrotra verweist auf Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta als zentrale Abnehmer von DRAM und High-Bandwidth-Memory. Über den Rechenzentrumsbedarf hinaus sieht der Manager humanoide Roboter als möglicherweise größeren Wachstumstreiber der kommenden Jahrzehnte: Solche Systeme könnten nach seiner Einschätzung ein Vielfaches des Speicherbedarfs heutiger teilautonomer Fahrzeuge benötigen. Barclays beziffert das Marktpotenzial für humanoide Roboter auf mehr als 200 Milliarden Dollar innerhalb von zehn Jahren.

Trump feiert „Trump Effect“

Die Ankündigung erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit durch US-Präsident Donald Trump, der die Aufstockung auf Truth Social öffentlich lobte und sie gemeinsam mit Handelsminister Howard Lutnick präsentierte. Trump bezeichnete den Kapazitätsausbau als Beleg für den „Trump Effect“ seiner Deregulierungspolitik und nutzte den Anlass zugleich, um die Wirtschaftspolitik der Demokraten als Missmanagement zu kritisieren.

Analysten uneins über Bewertung

An der Wall Street bleibt das Bild gespalten. Micron hatte im Rahmen der jüngsten Quartalszahlen einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar gemeldet und damit die Konsensschätzung von rund 35,7 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 25,11 Dollar, verglichen mit einer Schätzung von 21,39 Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn je Aktie zwischen 30 und 32 Dollar in Aussicht, bei einer erwarteten Bruttomarge von 86 Prozent.

Mehrere Häuser bekräftigten daraufhin optimistische Kursziele. Bank of America sieht das Papier bei 1.550 Dollar, Susquehanna und Barclays bei jeweils 2.000 Dollar, JPMorgan bei 1.540 Dollar. Citi nahm Micron zudem auf die Beobachtungsliste für mögliche positive Kurskatalysatoren, gestützt auf steigende DRAM-Preise für die zweite Jahreshälfte. UBS meldete einen monatlichen Anstieg der HBM-Verkäufe um 31 Prozent und rechnet mit einer Angebotsknappheit bei Speicherchips bis mindestens Mitte 2028 – begünstigt auch durch das begrenzte Angebot der etablierten Anbieter Samsung, SK Hynix und Micron selbst.

Nicht alle Marktbeobachter teilen den Optimismus. Simply Wall St beziffert den fairen Wert der Aktie auf 507,88 Dollar und hält das Papier damit für erheblich überbewertet, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,9 verglichen mit einem Branchenschnitt von 65,1. Auch der bekannte Investor Michael Burry hält laut Berichten weiterhin eine Short-Position auf Micron.

Kursrutsch nach Rekordrally

An der Börse zeigt sich der Balanceakt zwischen Wachstumseuphorie und Bewertungssorgen deutlich. Zum Freitagsschluss notierte die Micron-Aktie bei 857,30 Euro, ein Minus von 1,15 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,00 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf 30-Tage-Sicht noch um 9,87 Prozent verteuert hat. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 218,70 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 714,46 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, ist der Titel derzeit 22,33 Prozent entfernt, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief vom 1. August 2025 bei 845,83 Prozent liegt. Der Relative-Stärke-Index von 48,7 signalisiert derzeit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 938,02 Milliarden Euro.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Eine milliardenschwere Kapazitätsoffensive, politische Rückendeckung und ein günstiges Nachfrageumfeld für KI-Speicher treffen auf eine Aktie, die nach einer außergewöhnlichen Rally bereits einen erheblichen Teil künftigen Wachstums vorwegnimmt.

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