Die KI-Rallye am Halbleitermarkt legt eine Atempause ein. Micron erlebte am Dienstag einen spürbaren Rücksetzer. Kurz zuvor markierte das Papier noch ein frisches Rekordhoch. Am Ende des Handelstages stand ein Minus von vier Prozent auf 898,00 Euro auf der Anzeigetafel.
Der aktuelle Dämpfer ändert wenig am übergeordneten Trend. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von beeindruckenden 233 Prozent zu Buche. Die Aktie notiert weiterhin weit über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von rund 609 Euro. Das unterstreicht die enorme Dynamik der vergangenen Monate.
KI-Fantasie treibt das Geschäft
Aktuell präsentiert sich der Konzern auf der Branchenkonferenz HPE Discover in Las Vegas. Dort dreht sich alles um KI-Infrastruktur und Cloud-Netzwerke. Genau hier positioniert sich Micron mit seinen neuen Speicherlösungen. Die Produktion des HBM4-Speichers für Nvidias kommende Vera-Rubin-Plattform läuft bereits auf Hochtouren. Parallel dazu fertigt das Unternehmen spezielle SSD-Festplatten für Rechenzentren in großen Stückzahlen.
Fundamentaldaten setzen hohe Messlatte
Diese starke Marktposition spiegelt sich in den Büchern wider. Im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal explodierte der Umsatz auf 23,86 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich gut acht Milliarden Dollar. Der Nettogewinn erreichte fast 14 Milliarden Dollar.
Solche Wachstumsraten wecken enorme Erwartungen. Die Folge: Die Fallhöhe steigt. Eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 103 Prozent zeigt die Nervosität der Marktteilnehmer. Jeder noch so kleine Fehltritt kann sofortige Gewinnmitnahmen auslösen.
Der nächste Härtetest steht bereits im Kalender. Am 24. Juni veröffentlicht Micron die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Dieser Bericht entscheidet über die kurzfristige Richtung. Bestätigt das Management die massive Nachfrage nach KI-Speicherchips, dürfte die aktuelle Konsolidierung schnell enden. Enttäuscht der Ausblick, droht ein tieferer Rücksetzer.
