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Micron Aktie: 24. Juni entscheidet über 1.000-Euro-Ziel

Nach Broadcoms schwachem KI-Ausblick verliert Micron fast 20 Prozent vom Rekord. Der 24. Juni wird zeigen, ob die Rally weitergeht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fast 20 Prozent unter dem Allzeithoch
  • Broadcoms Bericht löste Gewinnmitnahmen aus
  • HBM-Kapazitäten für 2026 bereits ausverkauft
  • Entscheidende Quartalszahlen am 24. Juni

Nach einem Allzeithoch am Dienstag folgte der Absturz. Micron schloss den Freitag bei 755,00 Euro — ein Tagesverlust von 12,16 Prozent und ein Rücksetzer von fast 20 Prozent vom Rekordstand bei 938,70 Euro. Ausgelöst hat das Ganze nicht Micron selbst, sondern Broadcom.

Broadcoms Quartalsbericht enttäuschte mit einem flachen KI-Umsatzausblick. Das reichte, um Gewinnmitnahmen durch den gesamten Chipsektor zu jagen. Micron trifft das besonders hart: Als Schlüssellieferant von High-Bandwidth-Memory für KI-Beschleuniger hängt die Aktie direkt am Puls der KI-Investitionsbereitschaft.

Technisches Bild: Rücksetzer, kein Trendbruch

Die gleitenden Durchschnitte senden ein klares Signal. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 533,47 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 311,07 Euro. Alle drei Durchschnitte verlaufen aufsteigend gestaffelt. Der primäre Aufwärtstrend ist strukturell intakt.

Der RSI hat sich auf 56,2 abgekühlt — weg von überkauftem Terrain, aber noch klar im neutralen Bereich. Das entfernt einen technischen Gegenwind. Weder Kaufsignal noch Warnung: ein offenes Feld.

Trotzdem bleibt die Aktie weit über dem Konsensziel der Analysten. Das liegt bei 641,72 Euro — rund 15 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Selbst nach dem Rücksetzer handelt Micron deutlich über dem, was die Mehrheit der Wall-Street-Analysten für gerechtfertigt hält.

Fundamentale Rückendeckung, aber hohes Tempo

Die Nachfrageseite bleibt stark. Micron hat seine HBM3E- und HBM4-Kapazitäten für das gesamte Kalenderjahr 2026 bereits ausverkauft. Ein erheblicher Teil der 2027er-Produktion ist durch langfristige Kundenverträge gebunden. Der Engpass bei Speicherchips, der die Rally befeuert hat, ist nicht verschwunden.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 101,20 Prozent. Tagesausschläge von fünf bis zwölf Prozent sind bei diesem Niveau keine Ausnahme — sie sind die Norm. Das zeigt die vergangene Woche eindrücklich.

Der 24. Juni entscheidet

Am 24. Juni legt Micron die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor. Das ist der eigentliche Prüfstein. Bestätigt das Management die Preisentwicklung bei HBM und hebt den Ausblick an, könnte die 1.000-Euro-Marke realistisch werden. Enttäuscht die Guidance, dürfte die laufende Korrektur tiefer gehen.

Hinzu kommt die erste Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Warsh am 17. Juni — eine Woche vor den Micron-Zahlen. Ein überraschend hawkisher Ton könnte den Druck auf hochbewertete Technologiewerte vorab verstärken.

Die entscheidende Marke für die nächsten Tage liegt bei 700 Euro. Hält die Aktie dieses Niveau nicht, rückt der 50-Tage-Durchschnitt bei 533,47 Euro erstmals seit dem Beginn der KI-getriebenen Rally in den Blick.

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