Micron kommt mit Rückenwind und Kratzern in die neue Handelswoche. Der Speicherchipkonzern profitiert massiv vom KI-Boom, aber der jüngste Rücksetzer zeigt die Nervosität. Jetzt muss das Management erklären, wie lange der Engpass bei Hochleistungsspeicher trägt.
Nach dem Wochenhoch bei 685,40 Euro fiel die Aktie am Freitag auf 624,00 Euro. Das Tagesminus lag bei 8,11 Prozent. Über einen Monat steht dennoch ein Plus von 62,54 Prozent.
Seit Jahresanfang hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der RSI von 77 signalisiert eine überhitzte Lage, auch wenn der fundamentale Rückenwind stark bleibt.
KI-Speicher bleibt der Treiber
Der Kern der Geschichte liegt im Markt für High-Bandwidth Memory. Diese Speicherchips sind zentral für KI-Rechenzentren, weil sie Daten schneller an Grafikprozessoren liefern. Micron hat dort spürbar Marktanteile gewonnen.
Binnen gut eines Jahres sprang der Anteil am globalen HBM-Markt von 9 auf 21 Prozent. Das verändert die Wahrnehmung des Konzerns. Micron gilt nicht mehr nur als zyklischer Speicherwert, sondern als direkter Profiteur des KI-Infrastrukturbooms.
Der Engpass verschafft dem Unternehmen Preismacht. Micron kann derzeit nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage nach seinen leistungsstarken Speicherprodukten bedienen. Die Folge: Vertragspreise für Speicherchips sollen im laufenden Quartal um 58 bis 63 Prozent steigen.
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Boston wird zum Realitätscheck
Am Mittwoch, 20. Mai, treten Micron-Manager bei der J.P.-Morgan-Konferenz in Boston auf. Der Termin beginnt um 8.40 Uhr Ortszeit. Im Mittelpunkt stehen Aussagen zur Chipknappheit und zum Ausbau der Produktion.
Der Zeitpunkt ist heikel. Das laufende Geschäftsquartal endet Ende Mai, daher kann jeder Hinweis zur Nachfrage schnell auf die Erwartungen durchschlagen. Besonders wichtig ist der Blick auf neue Kapazitäten, etwa im fortgeschrittenen Werk in Singapur.
Für das laufende Quartal hat das Management 33,5 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht gestellt. Das entspräche einem Wachstum von 260 Prozent; im Vorquartal waren es 23,86 Milliarden Dollar. Solche Zahlen erklären, warum die Bewertung stark gestiegen ist.
Bewertung lässt wenig Raum
DA Davidson bleibt optimistisch und sieht das Kursziel bei 1.000 Dollar. Die Begründung: HBM und DRAM profitieren weiter von der KI-Nachfrage. Nach dem steilen Anstieg reicht Optimismus allein aber nicht mehr.
Irritation kam zuletzt durch Insiderverkäufe hinzu. Director Steven J. Gomo verkaufte am 11. Mai 2.000 Aktien zu durchschnittlich 787,03 Dollar. Das ist kein Urteil über die operative Lage, passt aber zur kurzfristigen Nervosität.
Am Mittwoch zählen konkrete Aussagen zu Preisbindung, Nachfrage und Produktionshochlauf. Die HBM-Produktion ist über verbindliche Verträge bereits bis Ende 2026 vorverkauft. Liefert das Management belastbare Details zur Kapazität, bekommt die Rally eine neue Grundlage; bleiben die Aussagen vage, dürfte die hohe Bewertung stärker drücken.
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