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Micron: 41,46 Milliarden Dollar Rekordumsatz

Trotz Rekordumsatz und optimistischer Prognose fiel die Micron-Aktie um 31 Prozent. Analysten streiten, ob die Korrektur eine Kaufchance oder ein Wendepunkt ist.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordumsatz von 41,46 Milliarden Dollar
  • Citigroup senkt Kursziel, Bank of America bleibt bullish
  • CEO verkauft Aktien im Wert von 8,29 Millionen Dollar
  • 3-Milliarden-Investition in US-Fertigung angekündigt

Während Micron-Manager heute beim KeyBanc Capital Markets Technology Leadership Forum in Deer Valley, Utah, auftreten, kämpft die Aktie mit einer unbequemen Frage: Rechtfertigt die jüngste Korrektur echte Sorgen um den Speicherzyklus, oder ist sie schlicht Nervosität nach einem historischen Lauf? Der Titel schloss am Freitag bei 760,90 Euro und damit 31,07 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für mich ist genau dieser Abstand der Kern der Debatte, die gerade zwischen Bullen und Bären tobt.

Die operative Basis dafür ist stark. Im dritten Fiskalquartal 2026, das am 28. Mai endete, erzielte Micron einen Rekordumsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 25,11 Dollar. Der Vorstand beließ die Quartalsdividende bei 0,15 Dollar pro Aktie. Für das laufende vierte Quartal stellte das Management einen Umsatz zwischen 49,0 und 51,0 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 30,00 und 32,00 Dollar in Aussicht – nochmals ein deutlicher Sprung. Solche Zahlen sprechen eigentlich nicht für eine Aktie, die ein Drittel ihres Wertes seit dem Junihoch verloren hat.

Citigroup bremst, Bank of America kauft die Schwäche

Genau hier setzt die Skepsis von Citigroup an. Die Analysten senkten am Freitag vergangener Woche ihr Kursziel auf 1.150 von zuvor 1.400 Dollar, behielten aber ihre Kaufempfehlung bei. Ihre Begründung: Die Preisdynamik bei DRAM und NAND dürfte sich über die kommenden vier Quartale abschwächen und wahrscheinlich bis Mitte 2027 ihren Höhepunkt erreichen. Das ist keine Abkehr vom Bullenszenario, sondern eine Warnung, dass der aktuelle Superzyklus ein Ablaufdatum hat.

Bank-of-America-Analyst Vivek Arya sieht das entschieden optimistischer. Am 4. August bekräftigte er sein Kursziel von 1.550 Dollar und bezeichnete den Rückgang von 34 Prozent gegenüber den Junihochs als „verbesserte Kaufgelegenheit“. Zwischen diesen beiden Positionen bewegt sich für mich der eigentliche Streitpunkt: Ist die Korrektur eine gesunde Verschnaufpause in einem strukturellen Aufwärtstrend, oder das erste Signal einer nahenden Abkühlung?

Weitere Häuser stützen tendenziell die bullische Seite. Deutsche Bank bekräftigte ihre Kaufeinstufung nach der Speicherkonferenz FMS 2026 und betonte, Speicherchips machten inzwischen fast die Hälfte des gesamten Systemwerts in KI-Servern aus – ein struktureller Nachfragefaktor, der über den reinen Preiszyklus hinausgeht. ThinkEquity hob sein Kursziel auf 900 Dollar an und begründete dies mit dem hohen Waferbedarf von HBM-Speicher und ungebrochener Rechenzentrumsnachfrage.

Insider verkaufen, das Unternehmen investiert weiter

Auf der Eigentümerseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Firmenchef Sanjay Mehrotra verkaufte Ende Juli über einen vorab festgelegten Handelsplan 8.715 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 951,72 Dollar, insgesamt rund 8,29 Millionen Dollar. Solche planbasierten Verkäufe sind für mich kein Alarmsignal, eher Routine bei einem stark gestiegenen Kurs. Bei institutionellen Investoren trennte sich ein Fonds leicht von seiner Position, während ein anderer neu einstieg – ein Zeichen dafür, dass der Markt selbst uneins ist, nicht dass die Story bröckelt.

Strategisch bleibt Micron auf Expansion ausgerichtet. Anfang Juli kündigte das Unternehmen eine 3-Milliarden-Dollar-Investition zur Stärkung der US-Halbleiterfertigung an und goss den ersten Beton für sein neues Werk in New York. Mitte Juli folgten neue strategische Kundenverträge zur Absicherung der Automobilnachfrage. Beides deutet auf langfristige Nachfragevisibilität hin, unabhängig vom kurzfristigen Preiszyklus.

Mein Fazit

Für mich überwiegt derzeit die strukturelle Nachfrage nach KI-Speicher die zyklische Vorsicht von Citigroup. Die Kombination aus Rekordergebnissen, aggressiver Guidance und breit gestreuten, teils sehr optimistischen Kurszielen zeichnet ein solideres Bild, als es der 31-prozentige Rückgang vom Hoch vermuten lässt. Der eigentliche Test kommt jedoch erst mit den für den 22. September erwarteten Zahlen zum vierten Fiskalquartal – dort wird sich zeigen, ob die Preisdynamik tatsächlich schon zu bröckeln beginnt, wie Citigroup fürchtet, oder ob der Superzyklus noch länger trägt als gedacht.

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Diskussion zu Micron Technology

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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