Die Nachfrage nach KI-Speicher übersteigt das Angebot massiv. Kunden erhalten oft nur die Hälfte ihrer bestellten Ware. In dieser Zeit des Mangels liefert Micron Technology einen Rekord ab. Der US-Konzern verkauft ab sofort die kapazitätsstärkste SSD der Welt.
Effizienz für Rechenzentren
Die neue Micron 6600 ION speichert gewaltige 245 Terabyte. Sie zielt direkt auf Cloud-Anbieter und KI-Rechenzentren ab. Im Vergleich zu klassischen Festplatten sparen Betreiber massiv Platz. Sie benötigen 82 Prozent weniger Server-Racks für die gleiche Datenmenge.
Auch der Stromverbrauch sinkt drastisch. Das Laufwerk benötigt unter Volllast maximal 30 Watt. Das halbiert den Bedarf gegenüber herkömmlichen Systemen. Dell Technologies will die neuen Speicher bereits nutzen. Ein Manager erwartet spürbar sinkende Gesamtkosten für die Kunden.
Analysten schrauben Ziele hoch
Parallel dazu wächst der Optimismus an der Wall Street. Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hob seine Umsatzschätzungen für Hochleistungsspeicher deutlich an. Für das Geschäftsjahr 2028 erwartet er nun 35,7 Milliarden US-Dollar. Das liegt weit über den bisherigen Markterwartungen.
Der Aktienkurs spiegelt diese Euphorie wider. Die Papiere erreichten gestern ein Tageshoch von rund 683 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 124 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Börsenwert des Unternehmens übersteigt damit erstmals die Marke von 700 Milliarden US-Dollar.
Milliarden für neue Fabriken
Einige Marktbeobachter warnen jedoch vor zu viel Euphorie. Analyst James Foord stufte die Aktie kürzlich ab. Er befürchtet, dass Angebot und Nachfrage bald im Gleichgewicht stehen.
Die Folge: Preiskämpfe könnten die Margen belasten. Micron plant für das kommende Jahr Investitionen von über 25 Milliarden US-Dollar in neue Fabriken. Kühlen die KI-Investitionen ab, drohen massive Überkapazitäten im Speichermarkt.
