Die Lage eskaliert: Meyer Burger steht vor der kompletten Zerschlagung. Die Investorensuche ist gescheitert, die Börsennotierung endet, und für Aktionäre bleibt nichts übrig. Das Solarunternehmen wird in seiner bisherigen Form aufhören zu existieren.
Schweizer Börse zieht den Stecker
Der Todesstoß für die Aktie ist besiegelt. Die SIX Exchange Regulation verfügte die Dekotierung der Namenaktien – und Meyer Burger verzichtet bewusst auf einen Einspruch. Die Aktie verschwindet damit endgültig vom Kurszettel.
Parallel dazu steht das Unternehmen nun offiziell unter Gläubigerschutz. Die drei Schweizer Gesellschaften – Meyer Burger Technology AG, Meyer Burger Switzerland AG und Meyer Burger Research AG – wurden in eine ordentliche provisorische Nachlassstundung überführt. Eine Sanierung über einen Nachlassvertrag soll das Schlimmste noch abwenden.
Deutsche Werke: Game Over
Für die deutschen Standorte gibt es keine Rettung mehr. Die Werke in Bitterfeld-Wolfen und Hohenstein-Ernstthal sind seit Anfang September stillgelegt, nachdem die Insolvenzverfahren eröffnet wurden. Die Investorensuche blieb ergebnislos.
Die Belegschaft zahlt den Preis: Rund 600 deutsche Mitarbeiter erhielten ihre Kündigungen und wurden bis auf ein kleines Abwicklungsteam freigestellt. Als Hauptschuldige macht das Unternehmen die erdrückende Konkurrenz durch chinesische Billigimporte und die unsichere Förderpolitik in Europa und den USA aus.
Aktionäre gehen leer aus
Was für Anteilseigner übrig bleibt? Nichts. Die Unternehmensführung stellte unmissverständlich klar: Im Rahmen des Nachlassvertrags ist eine Liquidationsdividende an die Aktionäre ausgeschlossen. Die Restrukturierung konzentriert sich ausschließlich auf die Abwicklung und den Verkauf einzelner Unternehmensteile.
Die harten Fakten:
* Totale Pleite: Keine realistische Rettungschance für die Gesamtgruppe
* Börsen-Exodus: Dekotierung ohne Widerspruch besiegelt
* Massenentlassungen: Fast alle der etwa 945 Mitarbeiter weltweit wurden entlassen
* Zerschlagung: Nur noch Verkauf einzelner Vermögenswerte möglich
Frontalangriff der Chinesen erfolgreich
Der jüngste Verkauf von US-Vermögenswerten für 29 Millionen Dollar bringt zwar noch etwas Kapital, ändert aber nichts am düsteren Gesamtbild. Die Meyer Burger Gruppe, wie der Markt sie kannte, wird nicht mehr existieren. Ein Paradebeispiel dafür, wie chinesische Konkurrenz und politische Unsicherheit eine einst hoffnungsvolle Solarstory vernichtet haben.
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