Metaplanet ist nicht mehr nur ein Bitcoin-Sammler. Mit der Gründung zweier Tochtergesellschaften will das japanische Unternehmen zum Infrastrukturanbieter für das gesamte Bitcoin-Ökosystem werden — ein ambitionierter Schwenk, den die Märkte am Mittwoch mit einem Kursrückgang von rund 4,6 Prozent auf etwa 352 Yen quittierten.
Zwei neue Töchter, zwei Stoßrichtungen
Die erste Tochtergesellschaft, Metaplanet Ventures K.K., soll innerhalb von zwei bis drei Jahren rund 4 Milliarden Yen (ca. 27 Millionen Dollar) in regulierte Bitcoin-Finanzinfrastruktur in Japan investieren. Geplant sind Beteiligungen an Unternehmen aus den Bereichen Bitcoin-Lending, Zahlungsabwicklung, Lightning Network, Stablecoin-Settlement und Verwahrungslösungen — ergänzt durch ein Inkubatorprogramm und Fördermittel für Open-Source-Entwickler.
Als erste Investition unterzeichnete Metaplanet Ventures eine Absichtserklärung über bis zu 2,6 Millionen Dollar in JPYC Inc., Japans FSA-registriertem Yen-Stablecoin-Anbieter, der hauptsächlich durch japanische Staatsanleihen gedeckt ist. Der Deal soll im April abgeschlossen werden, vorbehaltlich abschließender Prüfungen.
Die zweite Einheit, Metaplanet Asset Management, wird in Miami angesiedelt und soll asiatische und westliche Kapitalmärkte über digitale Kredit- und Bitcoin-gebundene Anlagestrategien verbinden — mit Fokus auf Rendite-, Eigenkapital-, Kredit- und Volatilitätsprodukte.
Bitcoin-Bilanz mit Schieflage
Hinter der strategischen Neuausrichtung steht eine angespannte Bilanzlage. Metaplanet hält aktuell 35.102 BTC im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar — und ist damit der viertgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter weltweit, nach Strategy Inc., MARA Holdings und Twenty One Capital.
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Das Problem: Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei rund 107.000 Dollar pro Bitcoin. Beim aktuellen Kursniveau bedeutet das einen nicht realisierten Verlust von etwa 1,4 Milliarden Dollar — rund 37 Prozent unter Einstand. Seit Anfang Januar wurden keine weiteren Bitcoin gekauft. Das erklärte Ziel von 100.000 BTC bis Ende 2026 würde den Erwerb von weiteren 65.000 BTC in den verbleibenden neun Monaten erfordern.
Auch die Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeichnen ein zweigeteiltes Bild: Der Umsatz stieg um 738 Prozent auf 8,91 Milliarden Yen, der operative Gewinn legte um 1.695 Prozent auf 6,29 Milliarden Yen zu — fast ausschließlich getrieben durch das Bitcoin-Einkommensgeschäft, vor allem den Verkauf von Optionen. Gleichzeitig wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 95 Milliarden Yen aus, der fast vollständig auf eine nicht zahlungswirksame Bewertungsabschreibung von 102,2 Milliarden Yen nach japanischen Mark-to-Market-Bilanzierungsregeln zurückgeht.
Kurs weit vom Hoch entfernt
Die Aktie hat seit ihrem Höchststand im Juni 2025 bei 1.930 Yen rund 82 Prozent verloren. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Metaplanet einen Umsatz von 16 Milliarden Yen und einen operativen Gewinn von 11,4 Milliarden Yen. Die Hauptversammlung ist für den 25. März in Yokohama angesetzt — ein Termin, bei dem das Management seine neue Ausrichtung vor den Aktionären verteidigen muss.
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