Japans größter börsennotierter Bitcoin-Halter steckt in der Klemme. Die geplante Notierung zweier Vorzugsaktienklassen — intern „Mars“ und „Mercury“ genannt — ist vorerst gescheitert, der Aktienkurs notiert auf Jahrestief, und die ambitionierten Kaufziele für Bitcoin wirken in immer weiterem Abstand zur Realität.
Warum das Preferred-Listing nicht klappt
Metaplanet wollte mit seinen Vorzugsaktien dem Vorbild von Strategy in den USA folgen. Japanische Börsenregeln machen das schwer: Vorzugsdividenden müssen durch nachhaltige, wiederkehrende Cashflows gedeckt sein — belegt über mehrere Marktzyklen. Metaplanet hat gerade einmal sechs Quartale operative Geschichte vorzuweisen. Das reicht den Regulatoren nicht.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Das Unternehmen plant monatliche Dividendenzahlungen — in Japan, wo einmal oder zweimal jährlich die Norm ist, fehlt dafür schlicht die nötige Infrastruktur rund um Stichtage und Abwicklung. Das geplante Instrument wäre erst die siebte börsennotierte Vorzugsaktie Japans überhaupt — und die erste ewige Vorzugsaktie ohne Laufzeitende in der Geschichte des Marktes.
Anleihen springen in die Bresche
Ohne den Preferred-Kanal greift Metaplanet tiefer in sein Anleiheprogramm. Die jüngste Emission: 8 Milliarden Yen — rund 50 Millionen Dollar — in Nullkupon-Anleihen, vollständig gezeichnet vom Cayman-Islands-Vehikel EVO Fund. Es war die 20. Anleiheemission in Folge, die EVO Fund komplett übernommen hat. Die Papiere laufen bis April 2027, werden zum Nennwert zurückgezahlt, kosten Metaplanet also keinen einzigen Yen Zinsen.
Die Kontinuität dieser Finanzierungsbeziehung reduziert das Ausführungsrisiko künftiger Kapitalmaßnahmen spürbar. Parallel läuft eine bitcoinbesicherte Kreditlinie über 500 Millionen Dollar, von der Mitte Mai bereits 302 Millionen Dollar abgerufen waren.
Q1: Operativ stark, bilanziell tief im Minus
Das erste Quartal 2026 liefert ein gespaltenes Bild. Das operative Ergebnis stieg um 283 Prozent auf 2,3 Milliarden Yen — bei einem Umsatz von 3,1 Milliarden Yen. Gleichzeitig wies Metaplanet einen Nettoverlust von 114,5 Milliarden Yen aus, weil Bitcoin im Quartal rund 22 bis 24 Prozent verlor und die Mark-to-Market-Bewertung der Bestände entsprechend einbrach. Es war Bitcoins schwächstes erstes Quartal seit 2018.
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Das Jahresziel hält das Management dennoch aufrecht: 16 Milliarden Yen Umsatz und 11,4 Milliarden Yen operativer Gewinn für das Gesamtjahr 2026.
Riesige Lücke zum Kaufziel
Mit 40.177 BTC ist Metaplanet weltweit die Nummer drei unter börsennotierten Unternehmen — hinter Strategy mit über 762.000 BTC und Twenty One Capital mit rund 43.500 BTC. In Japan hält das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 87 Prozent aller von börsennotierten Gesellschaften gehaltenen Bitcoin.
Die selbst gesteckten Ziele sind eine andere Rechnung. Bis Ende 2026 will Metaplanet 100.000 BTC halten, bis Ende 2027 sogar 210.000 BTC. Das würde bedeuten: mehr als Verdopplung in neun Monaten, dann nochmals mehr als Verfünffachung im Jahr darauf. Der BTC Yield — die interne Kennzahl für Bitcoin-Wachstum je Aktie — lag im ersten Quartal bei 2,8 Prozent.
Aktie nahe am Jahrestief
Die Kursentwicklung spiegelt die Skepsis des Marktes. Mit 1,34 Euro notiert die Aktie knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,33 Euro und liegt rund 88 Prozent unter dem Jahreshoch von 11,40 Euro vom Juni 2025. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 40 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sind es über 84 Prozent.
Besonders aufschlussreich ist der mNAV von 0,87: Die Aktie handelt mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert der Bitcoin-Bestände. Investoren bewerten also nicht nur die Kryptowährung selbst, sondern rechnen strukturelle Risiken und Zweifel an der Umsetzbarkeit der Wachstumspläne ein — und das mit einem spürbaren Sicherheitsabschlag.
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