Metaplanet hat heute eine der größten Kapitalmaßnahmen seiner Geschichte abgeschlossen. Das in Tokio börsennotierte Unternehmen sicherte sich von institutionellen Investoren rund 255 Millionen Dollar — und könnte durch die Gesamtstruktur des Deals bis zu 531 Millionen Dollar einsammeln. Das Ziel: den Bitcoin-Bestand massiv ausbauen.
Die Struktur des Deals
Die Finanzierung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Zunächst platzierte Metaplanet 107,4 Millionen neue Aktien zu je 380 Yen (rund 2,39 Dollar) — einem Aufschlag von 2 % auf den Marktpreis. Ergänzend dazu wurden 1,07 Millionen Warrants ausgegeben, ausübbar zu 410 Yen je Aktie. Werden diese bis März 2028 vollständig gezogen, fließen weitere 276 Millionen Dollar in die Kasse.
Bemerkenswert ist der eingebaute Verwässerungsschutz. Die neuen Warrants sind an eine sogenannte mNAV-Klausel geknüpft: Eine Ausübung ist nur möglich, wenn die Aktie mindestens das 1,01-fache des modifizierten Nettoinventarwerts — also des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zu Bitcoin-Bestand — erreicht. Damit soll sichergestellt werden, dass jede neue Aktienemission den Bitcoin-Bestand je Aktie erhöht, nicht verwässert. Gleichzeitig setzte das Unternehmen ältere Warrants über bis zu 210 Millionen Aktien vorübergehend aus.
Wohin das Geld fließt
Den Löwenanteil der Erlöse — umgerechnet rund 357 Millionen Dollar — will Metaplanet zwischen April 2026 und März 2028 direkt in Bitcoin investieren. Weitere 132 Millionen Dollar sind für die Rückzahlung von Kreditlinien vorgesehen, 39,5 Millionen Dollar fließen als Sicherheitsleistung ins Options-Underwriting-Geschäft.
Zum Stichtag 11. März hatte das Unternehmen aus einer 500-Millionen-Dollar-Kreditlinie bereits rund 280 Millionen Dollar in Anspruch genommen, besichert durch Bitcoin-Bestände. Die Fremdkapitalquote gemessen am Marktwert der Bitcoin-Reserven lag zu diesem Zeitpunkt bei etwa 11 %.
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Ende 2025 hielt Metaplanet 35.102 BTC — rund das 19-fache des Bestands vom Jahresbeginn 2025. Die Managementziele sind ambitioniert: 100.000 BTC bis Ende 2026, 210.000 BTC bis Ende 2027.
Ausbau jenseits der Kernstrategie
Parallel zur Kapitalmaßnahme hatte Metaplanet Anfang März die Gründung einer Tochtergesellschaft bekannt gegeben. Metaplanet Ventures K.K. soll über zwei bis drei Jahre rund 27 Millionen Dollar in regulierte Bitcoin-Finanzinfrastruktur in Japan investieren — inklusive eines Inkubators für frühe Startups und eines Förderprogramms für Open-Source-Entwickler. Eine zweite Einheit, Metaplanet Asset Management mit Sitz in Miami, soll asiatische Investoren mit westlichen Kreditmärkten verbinden.
Die Aktie schloss heute 5 % fester, gestützt von einem Bitcoin-Kurs über 73.000 Dollar. Auf Jahressicht hat sich der Kurs zwar um rund 740 % erhöht, war zuletzt aber im Zuge der Bitcoin-Korrektur deutlich unter Druck geraten.
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