Europäische Regierungen, EU-Kommission und klagende Eltern in Italien — für Meta verdichten sich gerade mehrere regulatorische Fronten zu einem einheitlichen Bild: Der politische Druck auf Instagram und die anderen Plattformen des Konzerns nimmt spürbar zu.
G7 und EU drehen an der Schraube
Beim Gipfeltreffen in Évian haben die G7-Staaten eine gemeinsame Erklärung zum Schutz von Minderjährigen im Netz verabschiedet. Konkret verlangen die Staats- und Regierungschefs wirksamere Alterskontrollen, strengere Schutzmechanismen gegen schädliche Inhalte und ein umfassendes Verbot von Deepfakes mit sexuellem Bezug. Plattformen wie Instagram werden namentlich in der Debatte genannt.
Parallel dazu bereitet eine EU-Expertengruppe für den 13. Juli Empfehlungen zur Frage vor, ob ein Social-Media-Verbot für Minderjährige in Europa sinnvoll wäre. Die Umsetzung solcher Regeln liegt ausschließlich bei der EU-Kommission — nationale Alleingänge einzelner Mitgliedsstaaten sind rechtlich nicht möglich. Für Meta bedeutet das: Ein einheitliches europäisches Regelwerk wäre zwar berechenbarer als ein Flickenteppich nationaler Gesetze, könnte aber substanzielle Produktanpassungen erzwingen.
Klage in Italien als Präzedenzfall
Dazu kommt ein laufendes Gerichtsverfahren in Italien. Mehrere Familien haben eine Sammelklage gegen Meta und TikTok eingereicht — die erste kollektive Klage in Italien, die sich direkt gegen Social-Media-Algorithmen richtet. Die Kläger argumentieren, die Plattformen nutzen Belohnungsmechanismen, die suchtähnliches Verhalten bei Jugendlichen fördern. Meta weist die Vorwürfe zurück und verweist auf bestehende Schutzmaßnahmen wie „Teen Accounts“.
Großbritannien hat bereits diese Woche angekündigt, Social Media für Kinder unter 16 Jahren verbieten zu wollen. In den USA wiederum hat ein Gericht Meta und Alphabet als fahrlässig in der Plattformgestaltung eingestuft — ein Urteil, das den Druck auf den Konzern weiter erhöht.
WhatsApp testet währenddessen neue Funktionen: Nutzer sollen künftig Sprachnachrichten direkt vom Homescreen aus versenden können, ohne die App öffnen zu müssen — ein funktionales Update, das das Engagement auf der Plattform stärken soll.
Ob der wachsende regulatorische Druck aus Europa letztlich zu verbindlichen Plattformpflichten führt, entscheidet sich voraussichtlich nach dem 13. Juli, wenn die EU-Expertengruppe ihre Empfehlungen vorlegt.
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