Ein Kursprung von zwölf Prozent an einem einzigen Handelstag ist selbst für Meta ungewöhnlich. Am Montag notierte die Aktie zeitweise bei 747 US-Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit elf Monaten. Auslöser ist der neue KI-Assistent Muse, der binnen weniger Tage an die Spitze der App-Charts katapultiert wurde.
Muse erobert die Charts
Nur zwei Wochen nach dem Start am 8. September steht Muse in den USA auf Platz eins der kostenlosen Apps – sowohl bei Apple als auch bei Google. Rund 730.000 Downloads verzeichnete die App laut Analysefirma Sensor Tower binnen der ersten fünf Tage. Seit der Vorstellung des Assistenten hat die Meta-Aktie rund 21 Prozent zugelegt, Wells Fargo äußerte sich lobend zum Produkt.
Der Erfolg strahlt auf den gesamten Halbleitersektor aus. Die Aktien von Intel und AMD legten am Montag zweistellig zu, ARM Holdings war ebenfalls stark gefragt. AMD überschritt dabei erstmals eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar.
Optionsmarkt wettet auf mehr
Bemerkenswert ist, wie stark der Optionsmarkt auf die Nachricht reagierte. Das Handelsvolumen bei Meta-Optionen lag am Montag etwa beim 4,5-Fachen des 30-Tage-Durchschnitts, insgesamt wechselten Prämien von rund 3,9 Milliarden Dollar den Besitzer. Mehr als doppelt so viele Calls wie Puts wurden gehandelt – sieben der zehn größten Trades des Tages waren bullisch oder neutral ausgerichtet.
Am aktivsten waren Optionen mit Verfall am selben Tag, deren Basispreise zwischen 720 und 745 Dollar im Geld lagen. Für Mitte Oktober zeigte sich zudem hohes Volumen bei den Ausübungspreisen 775 und 800 Dollar.
Mehr als eine Milliarde Dollar an Call-Prämien wurde dabei offenbar von Käufern initiiert, während rund 850 Millionen Dollar auf Verkaufsseite verbucht wurden – ein Zeichen für eine bullische Grundstimmung, die zugleich durch Absicherungsgeschäfte nach oben flankiert wird.
Nicht jeder Marktteilnehmer folgt der Euphorie bedingungslos: Der größte Einzeltrade des Tages war eine Netto-Shortposition von rund 20 Millionen Dollar über mehrere Spread-Geschäfte, zentriert um eine Call-Spread-Kombination mit Verfall am 16. Oktober, die bei einem Kursrückgang unter 740 Dollar profitabel wird.
Mit dem aktuellen Kursniveau nähert sich die Aktie ihrem Allzeithoch vom August 2025 auf rund sieben Prozent an. Neben Muse hat Meta zudem Pläne für ein neues Unterseekabel namens Petal angekündigt, das Daten über den Atlantik transportieren soll. Ob der Schwung aus dem Muse-Start bis zur Quartalsvorlage anhält, dürfte sich an den Nutzerzahlen der App in den kommenden Wochen ablesen lassen.
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