Starke Zahlen, schwache Aktie: Meta schloss am Donnerstag rund 7 Prozent im Minus, obwohl der Umsatz die Erwartungen übertraf. Auslöser war weniger das abgelaufene Quartal als der Blick nach vorn. Die Investitionen in KI-Infrastruktur steigen weiter, der freie Cashflow ist negativ, und die Kreditmärkte reagieren.
Zahlen gut, Cashflow negativ
Im dritten Quartal wuchs der Umsatz um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit gut 63 Milliarden gerechnet. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie lag bei 3,83 Dollar. Eine Rechtsbelastung von knapp zehn Milliarden Dollar im Zusammenhang mit den Verfahren zu Social-Media-Schäden bei Jugendlichen drückte das Ergebnis. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Wert nach Unternehmensangaben bei 7,40 Dollar gelegen.
Der freie Cashflow rutschte auf minus 2,12 Milliarden Dollar. Meta hob zudem die Untergrenze der Investitionsprognose für 2026 an. Sie liegt nun bei 135 bis 145 Milliarden Dollar, bisher waren es 130 bis 145 Milliarden.
Die Prämien für fünfjährige Kreditausfallversicherungen auf Meta-Anleihen erreichten am Donnerstag ein Rekordhoch. Marktteilnehmer fürchten, dass die Tech-Konzerne einen ohnehin gesättigten Anleihemarkt noch stärker beanspruchen.
Neue Aktienklasse als Finanzierungsweg
Hinzu kommt die Kapitalstruktur. Der Verwaltungsrat hat eine stimmrechtslose Class-C-Aktie genehmigt, die am 19. Januar 2027 entsteht. Jeder Inhaber von Class-A- und Class-B-Aktien erhält je Aktie eine neue. Das wirkt wie ein Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins, ohne die Stimmrechte zu verschieben.
Der Vorteil für Gründer Mark Zuckerberg liegt auf der Hand: Er hält rund 60,6 Prozent der Stimmrechte. Meta kann Class-C-Papiere verkaufen oder als Akquisitionswährung nutzen, ohne seine Kontrolle zu verwässern.
Finanzchefin Susan Li bezeichnete Formulierungen zu einem Kapitalbedarf von „Hunderten Milliarden Dollar“ als theoretisches Maximum. Konkrete Pläne zur Kapitalaufnahme gebe es nicht. Mehrere Analysten werten die neue Struktur dennoch als Signal, dass eine Aktienausgabe kommen dürfte.
Analysten bleiben überwiegend positiv
Die Kursziele liegen nach den Zahlen weit über dem aktuellen Niveau von gut 640 Dollar:
- JPMorgan: 940 Dollar (zuvor 920)
- Mizuho: 950 Dollar (zuvor 750)
- Citigroup: 905 Dollar
- Bernstein: 850 Dollar
- RBC: 800 Dollar (zuvor 770)
JPMorgan-Analyst Doug Anmuth sprach vom ersten Quartal, in dem sich die KI-Investitionen auszahlten. Er verwies auf den neuen KI-Agenten Muse. Mizuho warnt allerdings, die Aktie könnte bei einer Kapitalerhöhung Anfang 2027 Mühe haben, nennenswert zu steigen. StoneX bleibt bei „Hold“ und verweist auf die Kapitalrendite.
Zusätzlichen Gegenwind liefert die Justiz. Rhode Island verklagt Meta wegen angeblicher Duldung betrügerischer Werbung. Meta nennt die Klage unbegründet und will sich wehren. Einen Tag zuvor hatte ein Gericht in New Mexico eine Zahlung von 25 Milliarden Dollar angeordnet.
Der Markt verlangt von Meta damit einen Beleg, dass Muse und das Werbegeschäft die Milliarden-Ausgaben rechtfertigen. Die Class-C-Aktien entstehen am 19. Januar 2027, die Dividende muss binnen fünf Geschäftstagen danach folgen.
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