Der Technologiekonzern Meta hat am gestrigen Mittwochabend seine Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und damit für erhebliche Bewegung am Aktienmarkt gesorgt. Während der Mutterkonzern von Facebook und Instagram beim Umsatz die Erwartungen übertreffen konnte, enttäuschten die Gewinnkennzahlen und der drastische Rückgang des freien Cashflows die Anleger. Die Meta-Aktie reagiert heute mit einem deutlichen Kursrückgang von -7,18 % und notiert aktuell bei 473,85 €.
Rekordumsatz trifft auf explodierende Kosten
Im abgelaufenen Quartal konnte Meta den Umsatz um 28 % auf 60,8 Milliarden US-Dollar steigern. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen der Analysten leicht. Besonders das Werbegeschäft erwies sich als Wachstumstreiber: Die Werbeeinnahmen kletterten um 27 % auf 59,36 Milliarden US-Dollar, wobei die Anzahl der ausgespielten Werbeanzeigen um 14 % und der Durchschnittspreis pro Anzeige um 12 % zunahmen.
Trotz des starken Umsatzwachstums sank der Nettogewinn im Jahresvergleich um 14 % auf 15,85 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie (EPS) belief sich auf 6,18 US-Dollar und verfehlte damit das Marktziel, das im Vorfeld bei etwa 7,22 US-Dollar gelegen hatte. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang war ein massiver Anstieg der Gesamtkosten um 55 % auf 42,03 Milliarden US-Dollar. Wie unter anderem Reuters berichtet, beinhalten diese Kosten hohe Sonderbelastungen: So fielen 2,4 Milliarden US-Dollar für Rechtsstreitigkeiten sowie 1,18 Milliarden US-Dollar für Abfindungszahlungen an. Die operative Marge schrumpfte infolgedessen von 43 % im Vorjahreszeitraum auf nun 31 %.
Der freie Cashflow bricht massiv ein
Besorgnis löste bei Investoren vor allem die Entwicklung des freien Cashflows aus, der im zweiten Quartal auf 784 Millionen US-Dollar einbrach — ein Rückgang von rund 91 % gegenüber dem Vorjahreswert von 8,55 Milliarden US-Dollar. Dieser Einbruch resultiert primär aus den massiven Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Die Investitionsausgaben (Capex) beliefen sich allein im zweiten Quartal auf 31,08 Milliarden US-Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management die Prognose für die Investitionsausgaben am unteren Ende angehoben und rechnet nun mit einer Spanne zwischen 130 und 145 Milliarden US-Dollar. Mark Zuckerberg verteidigte diese Strategie und betonte, dass die KI-Investitionen bereits jetzt dazu beitragen würden, das Kerngeschäft zu beschleunigen. Zudem erwäge das Unternehmen, künftig Rechenkapazitäten an externe Firmen zu vermieten. Dennoch belastet der hohe Kapitalbedarf die Bilanz: Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Meta-Aktie bereits auf -15,32 %.
Herausforderungen bei Reality Labs und Rechtsrisiken
Abseits des Kerngeschäfts schreibt die Sparte Reality Labs, die für die Entwicklung des Metaverse und von Hardware wie VR-Brillen zuständig ist, weiterhin tiefrote Zahlen. Bei einem Umsatz von 431 Millionen US-Dollar verbuchte das Segment einen operativen Verlust von 4,62 Milliarden US-Dollar. Seit Ende 2020 belaufen sich die kumulierten Verluste dieser Sparte damit auf über 80 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlich sieht sich Meta mit erheblichen juristischen Risiken konfrontiert. Medienberichten zufolge fordern mehrere US-Bundesstaaten Strafzahlungen in Milliardenhöhe im Zusammenhang mit Klagen wegen potenzieller Abhängigkeitsgefahren für Jugendliche. Trotz dieser Belastungen wächst die Nutzerbasis weiter: Die Zahl der täglich aktiven Nutzer über alle Apps hinweg stieg um 3 % auf 3,6 Milliarden. Instagram zählt mittlerweile 2 Milliarden täglich aktive Nutzer, während der Kurznachrichtendienst Threads auf 500 Millionen monatlich aktive Nutzer kommt. Für das dritte Quartal gab Meta eine Umsatzprognose zwischen 61 und 64 Milliarden US-Dollar aus, was am Markt als eher konservativ aufgenommen wurde.
