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Meta Aktie: 25 Milliarden Dollar Anleihe

Meta-Aktie erholt sich dank niedriger Bewertung und neuer KI-Erlösmodelle. Analysten sehen weiteres Potenzial von über 20 Prozent.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie mit 7,5 Prozent Wochenplus
  • KGV von 16 unter historischem Schnitt
  • 73 von 79 Analysten raten zum Kauf
  • KI-Infrastruktur soll vermietet werden

Ein Konzern, dessen Aktie im Frühjahr noch als überteuertes Sorgenkind galt, gilt Wall Street plötzlich als Schnäppchen mit Nachholbedarf. Meta Platforms hat in den vergangenen sieben Tagen 7,55 Prozent zugelegt, binnen eines Monats sogar fast 15 Prozent. Fondsmanager sehen darin erst den Anfang einer größeren Bewegung.

Gabelli-Funds-Manager John Belton bringt die These auf den Punkt: Eine Aktie mit stark gedrückter Bewertung könne wie eine gespannte Feder wirken, sobald ein Auslöser die Wende bringt. Genau das beobachten Investoren gerade bei Meta.

Vom Sorgenkind zum Schnäppchen

Der Kursverfall der vergangenen Monate hatte die Aktie historisch günstig gemacht. Zum Tiefpunkt Ende Juni notierte Meta bei nur noch 13-mal den erwarteten Jahresgewinnen. Das war der niedrigste Wert der Firmengeschichte, abgesehen von der Zinswende 2022 und Anfang 2023.

Aktuell liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 16. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt des Konzerns liegt bei über 20. Damit bleibt Meta die günstigste Aktie unter den großen US-Tech-Werten und notiert sogar unter dem Niveau von S&P 500 und Nasdaq 100.

Ausgelöst hatte die Talfahrt der Quartalsbericht vom 29. April. Meta hob damals seine Ausgabenprognose für 2026 an, begründet mit höheren Rechenzentrumskosten und teureren Bauteilen. Einen Tag später platzierte der Konzern Anleihen im Volumen von 25 Milliarden Dollar, um die KI-Investitionen zu finanzieren.

Die Kombination weckte alte Ängste. Anleger erinnerten sich an 2022, als Mark Zuckerbergs Metaverse-Wette Milliarden verschlang, ohne Erträge zu liefern. CFRA-Technologiechef Angelo Zino bringt es so auf den Punkt: Die Bewertungsabschläge hätten vor allem mit fehlendem Vertrauen der Investmentgemeinde zu tun gehabt.

Wall Street dreht wieder auf Kaufen

Inzwischen hat sich die Stimmung gedreht. Von 79 Analysten, die Bloomberg für Meta erfasst, empfehlen 73 die Aktie zum Kauf. Unter Privatanleger-Analysten sieht das Bild ähnlich aus: 35 von 40 Experten vergeben ein Kaufrating, fünf raten zum Halten.

Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 811,69 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 22,8 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Ein wichtiger Stimmungstreiber: Meta will seine teure Infrastruktur nicht länger nur als Kostenblock behandeln. Der Konzern plant, überschüssige Rechenkapazität an andere Unternehmen zu vermieten. Zuckerberg selbst bestätigte, dass externe Firmen künftig Zugriff auf die für KI gebaute Hardware bekommen könnten.

Parallel dazu hat Meta mit Muse Spark 1.1 erstmals ein KI-Tool eingeführt, für das Firmenkunden zahlen müssen. Damit entsteht ein klarerer Weg, die milliardenschweren Chip-Investitionen tatsächlich in Umsatz zu verwandeln.

Charttechnik zeigt Momentum – mit Warnsignal

Auch die Chartbilder untermauern die Erholung. Die Aktie notiert 14 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 521,34 Euro. Der RSI steht bei 68,1 – ein Wert, der Stärke signalisiert, sich aber der überkauften Zone nähert.

Vom Tief bei 452,10 Euro im März hat sich der Kurs bereits um 31,45 Prozent erholt. Zum bisherigen Jahreshoch von 677,80 Euro fehlen allerdings noch 12,32 Prozent. Auf Jahressicht steht Meta damit leicht im Plus, während der Zwölf-Monats-Vergleich wegen der schwachen zweiten Jahreshälfte 2025 noch minus 1,62 Prozent zeigt.

Der nächste Quartalsbericht wird zum entscheidenden Test für die „gespannte Feder“-These. Kann das Management die KI-Ausgaben konkret mit Umsatz- oder Effizienzgewinnen verknüpfen, dürfte die Sorge um die Kapitalausgaben weiter schwinden. Bleiben handfeste Belege aus, ist mit neuer Volatilität in beide Richtungen zu rechnen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.