Merck geht mit Rückenwind ins Börsenjahr 2026. Analystenvertrauen, eine wichtige Produktzulassung in China und ein klar umrissenes Übergangsjahr schaffen einen spannenden Mix aus Stabilität und Perspektive. Wie robust ist diese Ausgangslage tatsächlich?
Analystenvertrauen und Bewertung
Zum Jahresauftakt notiert die Aktie bei rund 122 Euro und damit spürbar unter dem von JPMorgan angesetzten Kursziel von 150 Euro. Das impliziert ein zweistelliges Aufwärtspotenzial, sofern sich die optimistischen Annahmen der US-Bank bestätigen.
JPMorgan hatte im Dezember die Einstufung „Overweight“ bestätigt und das Kursziel unverändert gelassen. Grundlage sind unter anderem Gespräche mit dem Management, die auf eine planmäßige operative Entwicklung hindeuten. Für den Markt ist das ein wichtiges Signal: Zum Start in das neue Geschäftsjahr werden keine negativen Überraschungen eingepreist, die aktuelle Bewertungslücke erscheint aus Sicht der Analysten nachvollziehbar.
Technisch wirkt das Bild ebenfalls konstruktiv. Der Kurs liegt leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt, der Relative-Stärke-Index (RSI) von 22,6 zeigt nach der jüngsten Schwächephase eher ein überverkauftes Niveau. Auf Sicht von sieben Tagen liegt die Aktie zwar rund 17 Prozent im Minus, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von gut 151 Euro beträgt jedoch knapp 19 Prozent – ein Bereich, in dem fundamental getriebene Impulse wieder stärker ins Gewicht fallen können.
Pimicotinib: Wichtiger Meilenstein in China
Ein solcher Impuls kommt aus der Pharmasparte. Ende Dezember erhielt der Wirkstoff Pimicotinib in China die Zulassung der Arzneimittelbehörde NMPA zur Behandlung tenosynovialer Riesenzelltumoren (TGCT). Diese Indikation ist zwar spezialisiert, für den Konzern hat der Schritt aber Signalwirkung.
Wesentliche Punkte:
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- Regulatorischer Meilenstein: Die Zulassung zeigt, dass die späten Entwicklungsphasen erfolgreich durchlaufen wurden.
- Derisking der Pipeline: Das Projektrisiko in der Onkologie-Pipeline sinkt, weil ein wichtiger Wirkstoff die regulatorische Hürde genommen hat.
- Proof of Concept: Die Fähigkeit, innovative Moleküle bis zur Marktreife zu bringen, wird operativ untermauert.
Investoren werten diese Entwicklung als Bestätigung der Innovationskraft im Pharmageschäft. Der Erfolg von Pimicotinib reduziert nicht nur das Einzelrisiko dieses Projekts, sondern stärkt auch das Vertrauen in weitere Pipeline-Kandidaten.
2026 als Übergangsjahr
Parallel zur operativen Entwicklung steht 2026 strategisch im Zeichen der Weichenstellung. Mehrere Faktoren prägen das Jahr:
- Führungswechsel im Mai: Der Vorstandsvorsitz geht von Belén Garijo an Kai Beckmann über, der bislang die Elektroniksparte verantwortete. Der Markt erwartet Impulse, wie er die Zusammenarbeit zwischen den Sparten vertiefen und Synergien heben will.
- Sektor-Rotation: Nach der Normalisierung im Life-Science-Geschäft richtet sich der Blick stärker auf die Erholung im Elektronikbereich, insbesondere bei Halbleitermaterialien.
- Neue Pharma-Assets: Die Kommerzialisierung von Pimicotinib und weiteren Projekten wird ein Gradmesser für das zukünftige Wachstum sein.
- Bewertungsperspektive: Das JPMorgan-Kursziel von 150 Euro deutet darauf hin, dass die erwarteten Wachstumsbeiträge aus neuen Medikamenten und der KI-getriebenen Nachfrage im Elektroniksegment im aktuellen Kurs noch nicht vollständig abgebildet sind.
Damit verbindet sich 2026 eine Mischung aus personeller Neuaufstellung und der Frage, wie gut das Unternehmen seine technologischen und pharmazeutischen Stärken in profitables Wachstum übersetzen kann.
Fazit: Stabiler Rahmen, klare Agenda
Zum Jahresstart präsentiert sich die Merck-Aktie technisch und fundamental stabil. Der Kurs liegt mit gut 122 Euro noch komfortabel über dem 52‑Wochen-Tief von knapp 105 Euro, gleichzeitig aber deutlich unter dem von JPMorgan gesehenen Potenzial. Die jüngste Zulassung von Pimicotinib in China liefert einen greifbaren Fundamentaltreiber, während der anstehende CEO-Wechsel und die Fokussierung auf Elektronik- und Pharmawachstum die strategische Agenda für 2026 setzen.
Solange der Bereich um 120 Euro als Unterstützung verteidigt wird und keine negativen Überraschungen aus dem operativen Geschäft auftreten, bleibt das Bild eines defensiven Wachstumswerts im DAX bestehen, der durch institutionellen Support und konkrete Fortschritte in der Pipeline gestützt wird.
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