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Merck Aktie: Amundi überschreitet 3-Prozent-Schwelle

Merck KGaA erhält Großaktionär Amundi über 3-Prozent-Schwelle und startet Kooperation mit Saturnus Bio bei seltenen Herzkrankheiten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Amundi überschreitet 3-Prozent-Marke bei Merck
  • 50 Millionen Dollar Vorauszahlung an Saturnus Bio
  • Exklusives Übernahmerecht für Biotech-Partner
  • Bio-basierte Lösungsmittel von MilliporeSigma vorgestellt

Zwei Meldungen aus Darmstadt — eine davon bewegt den Kurs, die andere ordnet die Eigentümerstruktur neu.

Kooperation bei seltenen Herzerkrankungen

Merck KGaA geht eine Forschungspartnerschaft mit Saturnus Bio ein, einem Biotech-Unternehmen aus San Francisco, das sich auf seltene Herzerkrankungen spezialisiert hat. Merck leistet eine Vorauszahlung von 50 Millionen Dollar und sichert sich damit eine Minderheitsbeteiligung. Hinzu kommen erfolgsabhängige Zahlungen für präklinische Meilensteine.

Besonders relevant: Merck hält das exklusive Recht, Saturnus Bio zu einem vorab festgelegten Optionspreis zu übernehmen — zuzüglich variabler Kaufpreisbestandteile. Das gibt dem Darmstädter Konzern die volle Kontrolle über den weiteren Entwicklungspfad, ohne sofort das volle Übernahmerisiko tragen zu müssen. Die Aktie reagierte mit einem Plus von rund 1,6 Prozent.

Amundi stockt auf

Parallel dazu meldete der französische Vermögensverwalter Amundi S.A. eine Stimmrechtsmitteilung nach § 40 WpHG. Stichtag war der 18. Juni. Amundi hält nun insgesamt rund 3,11 Prozent der Stimmrechte an Merck KGaA — nach zuletzt 2,88 Prozent. Der Anstieg ist moderat, aber bedeutsam: Amundi überschreitet damit erstmals die meldepflichtige 3-Prozent-Schwelle und zählt fortan zu den offiziell ausgewiesenen Großaktionären.

Nachhaltige Chemie als Wachstumsfeld

Weniger kursrelevant, aber strategisch interessant: MilliporeSigma, die nordamerikanische Life-Science-Tochter von Merck KGaA, stellte auf der CHEMUK 2026 erstmals ein bio-basiertes Lösungsmittelportfolio für HPLC- und LCMS-Anwendungen vor. Die Produkte — darunter Ethanol, Methanol und Acetonitril aus erneuerbaren Rohstoffen — sollen im Schnitt einen rund 26 Prozent niedrigeren CO₂-Fußabdruck gegenüber fossilen Alternativen aufweisen, ohne Anpassungen bestehender Labormethoden zu erfordern.

Das zeigt, wie Merck den Nachhaltigkeitsdruck in der Wissenschaftswelt aktiv in Produktinnovation umwandelt — ein Argument, das zunehmend auch in Beschaffungsentscheidungen von Großkunden eine Rolle spielt.

Für den weiteren Kursverlauf dürfte die Saturnus-Bio-Kooperation das dominierende Thema bleiben. Entscheidend wird sein, wann erste präklinische Meilensteine erreicht werden — erst dann greifen die zusätzlichen erfolgsabhängigen Zahlungen und Merck kann seine Kaufoption belastbar bewerten.

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