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Mercer International Aktie: Kanada sagt 20 Millionen CAD zu

Mercer International erhält 20 Millionen Kanadische Dollar für die Peace River Mill, kämpft aber weiter mit Verlusten, Schulden und US-Zöllen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kanadas Gegenzölle verschärfen Branchendruck
  • Peace River erhält staatliche Finanzzusagen
  • Nettoverlust von 76 Millionen US-Dollar
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 81 Prozent

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada verschärft sich und setzt die nordamerikanische Holz- und Zellstoffindustrie unter massiven Druck. Ab dem 8. September greifen weitreichende kanadische Gegenzölle auf US-Waren im Wert von rund 27,6 Milliarden Kanadischen Dollar. Für Unternehmen wie Mercer International bedeutet diese Eskalation eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin prekären finanziellen Phase.

Zollstreit belastet kanadische Forstwirtschaft

Die neuen Handelsbarrieren sind eine Reaktion auf US-Zölle und betreffen eine Vielzahl von Sektoren. Während Kanada Abgaben auf Stahl, Aluminium und Maschinenteile erhebt, leidet die heimische Holzindustrie bereits unter den US-Maßnahmen. Ein prominentes Beispiel für die Auswirkungen ist das Werk von Rayonier Advanced Materials in Témiscaming, das am 15. September vorübergehend den Betrieb einstellen wird.

Branchenexperten warnen vor den Folgen für den Arbeitsmarkt. Schätzungen von KPMG zufolge könnten bis Ende 2027 zwischen 25.000 und 40.000 Arbeitsplätze durch die Handelsspannungen gefährdet sein. Für Mercer International, die stark im kanadischen Markt verwurzelt ist, erhöht dies die operative Unsicherheit.

Modernisierung der Peace River Mill

Um die Wettbewerbsfähigkeit in diesem schwierigen Umfeld zu stärken, setzt Mercer auf staatliche Unterstützung und technologische Erneuerung. Wie bereits am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, erhält das Unternehmen für seine Peace River Mill in Alberta finanzielle Zusagen der kanadischen Regierung in Höhe von 20 Millionen Kanadischen Dollar.

Davon entfällt ein Betrag von einer Million auf nicht rückzahlbare Zuschüsse, während 19 Millionen Kanadische Dollar ab dem Jahr 2031 zurückgezahlt werden müssen. Die Mittel sind zweckgebunden für die Modernisierung des Werks vorgesehen. Im Fokus stehen dabei Investitionen in Bioenergie und Technologien zur CO2-Abscheidung, um die Effizienz des Standorts langfristig zu steigern.

Finanzielle Engpässe und Restrukturierung

Die operativen Herausforderungen spiegeln sich deutlich in der Bilanz wider. Bereits vor rund einem Monat meldete Mercer für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 76 Millionen US-Dollar. Vor gut drei Wochen folgten Berichte über erhebliche Zweifel an der Fortführung der Geschäftstätigkeit, da das Unternehmen mit negativen EBITDA-Werten und fälligen Schulden im Januar 2027 konfrontiert ist.

Parallel dazu treibt das Management die Restrukturierung voran. Am Standort Torgau sollen bis zum zweiten Quartal 2027 etwa 350 Stellen abgebaut werden. Trotz dieser Einschnitte gibt es Lichtblicke in kleineren Segmenten: Der Bereich Mass Timber konnte seinen Umsatz im Jahresvergleich verdoppeln und erreichte zuletzt 25,8 Millionen US-Dollar.

Aktie nähert sich Jahrestief

An der Börse wird die Lage des Konzerns weiterhin kritisch bewertet. Die Aktie notiert am heutigen Dienstag bei 0,3208 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn einen herben Verlust von 81 Prozent. Das Papier befindet sich in unmittelbarer Nähe seines 52-Wochen-Tiefs von 0,3002 Euro, welches am Freitag erreicht wurde.

Der Abstand zu dieser Marke beträgt lediglich noch 6,9 Prozent, was die anhaltende Skepsis der Marktteilnehmer unterstreicht. Eine nachhaltige Erholung hängt maßgeblich davon ab, ob die anstehenden Schuldenfälligkeiten Anfang 2027 erfolgreich bewältigt werden können.

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