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Mercedes-Benz Aktie: Zwischen Tech und Realität

Mercedes-Benz präsentiert auf der CES 2026 seine Software-Strategie, während die Neuzulassungen in Deutschland zurückgehen. Aktienrückkäufe und ein abgeschlossener Diesel-Vergleich stützen den Aktienkurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Software-Offensive auf der CES mit MB.OS und KI
  • Deutliche Absatzrückgänge im deutschen Heimatmarkt
  • Aktienrückkaufprogramm wirkt kursstützend
  • Vergleich beendet Diesel-Streitigkeiten in den USA

Mercedes-Benz setzt auf eine große Technologie-Show in Las Vegas, während die Absatzstatistik im Heimatmarkt ein deutlich anderes Bild zeichnet. Auf der CES 2026 präsentiert der Konzern seine Software-Plattform und neue E-Modelle, doch die jüngsten KBA-Zahlen signalisieren klaren Gegenwind im Tagesgeschäft. Wie passt diese Diskrepanz zusammen?

Die Fakten im Überblick

  • Schlusskurs gestern (Dienstag): 61,49 Euro
  • Veränderung 7 Tage: +2,36 %
  • Veränderung seit Jahresanfang: -0,71 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch (70,10 Euro): -12,28 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Tief (47,05 Euro): +30,69 %
  • 200-Tage-Durchschnitt: 54,29 Euro (Aktie rund 13 % darüber)
  • RSI (14 Tage): 36,3 (kein überkauftes Niveau)

Der Kurs hält sich damit stabil über 60 Euro, obwohl die Fundamentaldaten kurzfristig durchaus Druck erzeugen könnten.

CES 2026: Fokus auf Software und Services

Auf der heute laufenden CES 2026 in Las Vegas rückt Mercedes-Benz seine Tech-Strategie ins Rampenlicht. Kernstück ist die US-Premiere des elektrischen GLC, eines zentralen Volumenmodells für die Marke. Strategisch wichtiger als das einzelne Fahrzeug ist jedoch die dahinterliegende Software-Architektur.

Mit dem eigenen Betriebssystem MB.OS und der Einbindung von KI-Lösungen in Kooperation mit Google und Microsoft will Mercedes-Benz die Kontrolle über das digitale Cockpit sichern. Die Partnerschaft mit Nvidia zielt auf autonome Fahrfunktionen (Level 2/3), Sony Pictures soll das In-Car-Entertainment stärken. Das Management setzt klar das Signal, einen größeren Teil der Marge künftig über digitale Dienste zu erzielen und sich vom reinen Hardwaregeschäft zu lösen.

Diese Ausrichtung wird von vielen Marktteilnehmern als notwendiger Schritt gesehen, um im Wettbewerb mit Tech-getriebenen Autoherstellern bestehen zu können. An der Börse stützt diese Zukunftsstory aktuell die Bewertung.

KBA-Zahlen: Schwäche im Heimatmarkt

Einen Kontrast dazu liefern die gestern veröffentlichten Neuzulassungen des Kraftfahrt-Bundesamts für Dezember 2025. Während der deutsche Pkw-Gesamtmarkt um 9,7 % zulegte und Elektrofahrzeuge sogar um 43,2 % zulegten, blieb Mercedes-Benz deutlich zurück:

  • Audi: +33,4 % Absatzsteigerung
  • BMW: +11,9 % Absatzsteigerung
  • Mercedes-Benz: -4,0 % Absatzrückgang

Damit verliert der Konzern im wichtigen Heimatmarkt spürbar Boden, während die direkten Premium-Wettbewerber zweistellig wachsen. Für Investoren ist das ein klares Warnsignal: Entweder greift die aktuelle Modellpalette bei den Kunden weniger gut, oder die Preis- und Angebotsstruktur ist im Vergleich weniger attraktiv.

Die Diskrepanz zwischen Tech-Euphorie auf der CES und rückläufigen Zulassungszahlen zeigt, dass die Transformation in Richtung Software und E-Mobilität operativ noch nicht ausreichend durchschlägt.

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Aktienrückkauf stützt den Kurs

Trotz dieser operativen Schwäche hält sich die Aktie robust. Ein wesentlicher Grund ist das laufende Aktienrückkaufprogramm. Zwischen dem 3. November 2025 und dem 2. Januar 2026 hat Mercedes-Benz rund 5,7 Millionen eigene Aktien vom Markt genommen. Allein in der Woche um den Jahreswechsel (29.12. bis 02.01.) wurden mehr als 418.000 Anteile erworben.

Die Verknappung des frei handelbaren Volumens wirkt kursstützend und setzt ein Signal des Vertrauens in die eigene Bilanzqualität. Parallel dazu bestätigte JPMorgan am Montag das Rating „Overweight“ und nannte ein Kursziel von 68 Euro. Das liegt klar über dem aktuellen Niveau, bleibt aber in Reichweite, sollte die strategische Story an Glaubwürdigkeit gewinnen.

Charttechnisch notiert die Aktie mit 61,49 Euro leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,07 Euro und spürbar über der 200-Tage-Linie bei 54,29 Euro. Das unterstreicht einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend, auch wenn der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei rund 12 % liegt. Der RSI von 36,3 spricht dabei eher für ein neutrales bis leicht angeschlagenes Momentum als für Überhitzung.

Juristische Altlasten abgeräumt

Positiv für die Planungssicherheit ist zudem der Vergleich mit US-Behörden kurz vor Jahresende. Mit einer Zahlung von rund 120 Millionen US-Dollar schließt Mercedes-Benz verbliebene Diesel-Streitigkeiten ab. Die Belastung für die Liquidität ist überschaubar, wichtiger ist der Effekt auf die Visibilität: Für das Geschäftsjahr 2026 entfällt ein rechtliches Risiko, das bislang wie ein Unsicherheitsfaktor im Hintergrund stand.

Damit kann sich das Management stärker auf operative Themen wie Modelloffensive, Preissetzung und die Umsetzung der Software-Strategie konzentrieren.

Fazit: Stabiler Kurs, wachsende Umsetzungspflicht

Die Mercedes-Benz Aktie profitiert derzeit von drei Säulen: der klar kommunizierten Tech- und Software-Strategie (sichtbar auf der CES), dem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm sowie dem Abbau juristischer Risiken. Zusammen sorgen sie dafür, dass sich der Kurs über der Marke von 60 Euro hält und deutlich über den langfristigen Durchschnittslinien notiert.

Gleichzeitig legen die KBA-Daten die strukturelle Schwäche im Dezember offen. Damit wird für die kommenden Quartale entscheidend sein, ob es Mercedes-Benz gelingt, die Innovationsbotschaften aus Las Vegas in steigende Verkaufszahlen und eine stärkere Marktposition – insbesondere im Elektrosegment – zu übersetzen. Nur wenn sich hier eine klare Trendwende abzeichnet, kann die aktuelle Tech-Story dauerhaft die Bewertung rechtfertigen.

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