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Mercedes-Benz Aktie: Zwei Welten, ein Konzern

Mercedes-Benz erlebt eine gespaltene Nachfrage: Elektromodelle sind in Europa ausverkauft, während in den USA selbst Luxus-EVs nur mit hohen Rabatten abgesetzt werden können.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starke Nachfrage nach E-Autos in Europa
  • Massive Preisnachlässe für Luxus-EVs in den USA
  • Aktienkurs notiert unter 200-Tage-Durchschnitt
  • Konzern reagiert mit Hybrid-Strategie in Nordamerika

Mercedes-Benz erlebt gerade ein bemerkenswertes Paradox: In Europa reißen Kunden sich um elektrische Modelle, während das Unternehmen in den USA selbst Ultra-Luxus-Elektrofahrzeuge nur mit massiven Preisnachlässen bewegen kann. Dieses Spannungsfeld prägt die aktuelle Lage des Konzerns mehr als jede andere Entwicklung.

Maybach mit Rabattschlacht, GLC mit Warteliste

Im US-Markt erhalten Händler derzeit einen Bonus von 25.000 US-Dollar auf den Maybach EQS 2026, um Lagerbestände abzubauen. Beim Vorjahresmodell gingen die Nachlässe sogar auf bis zu 50.000 US-Dollar — ein Abschlag, der in der Luxusklasse kaum Präzedenz hat. Auch der elektrische G 580 wird inzwischen mit einem Händlerbonus von 10.000 US-Dollar gestützt, doppelt so viel wie noch vor wenigen Monaten. Weltweit fanden in den ersten vier Monaten 2025 lediglich 1.450 Einheiten des Modells einen Käufer.

In Europa sieht die Welt anders aus. Für den neuen GLC mit EQ Technologie übersteigen die Bestellungen die ursprüngliche Planung deutlich — das Werk Bremen produziert bereits im Dreischichtbetrieb mit zusätzlichen Samstagsschichten. Wer heute bestellt, wartet bis in den Herbst. Beim CLA ist die Lage ähnlich. Im vierten Quartal des Vorjahres wuchs der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge um 18 Prozent, noch bevor die Bundesregierung eine Kaufprämie beschloss.

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Hybridstrategie als Antwort auf den US-Markt

Mercedes reagiert auf die schwache EV-Akzeptanz in Nordamerika mit einer pragmatischen Anpassung: Der neue GLB kommt in den USA zunächst als Mildhybrid, geplant für Anfang 2027. Die vollelektrische Variante soll bereits im Herbst 2026 folgen. Der Konzern setzt damit auf eine schrittweise Elektrifizierung statt auf den direkten Vollumstieg — eine Lehre aus dem bisher enttäuschenden EV-Lineup in den USA.

Das Problem trifft Mercedes nicht allein. Günstigere Elektrofahrzeuge gewinnen weltweit Marktanteile, während teure Luxus-EVs bislang eine überschaubare Käuferbasis finden. Für Mercedes bedeutet das konkret: Die Elektrostrategie funktioniert im europäischen Mittelpreissegment, scheitert aber an der Zahlungsbereitschaft im US-Luxussegment.

Aktie unter dem 200-Tage-Durchschnitt

An der Börse spiegelt sich die gemischte Lage wider. Mit rund 51,92 Euro notiert die Aktie gut sieben Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn knapp 16 Prozent verloren. Das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft weiter: In der Woche vom 16. bis 20. März erwarb Mercedes-Benz 156.652 eigene Aktien zu durchschnittlich 54,29 Euro, seit Programmstart wurden rund 13,1 Millionen Aktien zurückgekauft. Ob das ausreicht, um den Kurs zu stabilisieren, hängt letztlich davon ab, ob der Konzern das Absatzproblem im US-Luxussegment strukturell lösen kann — oder weiter mit Rabatten kaschiert.

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