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Mercedes-Benz Aktie: US-Gesetz bedroht 31 Milliarden

Ein neues US-Gesetz gefährdet das Amerika-Geschäft von Mercedes-Benz. EU-Zollpläne und ein neuer E-Van bieten dagegen positive Impulse.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Gesetz bedroht 31 Milliarden Euro Umsatz
  • EU bereitet Zölle auf Hybrid-Importe vor
  • Neuer Elektro-Van in Spanien gestartet
  • Aktie kämpft um charttechnische Unterstützung

Die Mercedes-Benz Aktie hat eine brutale Handelswoche hinter sich. Nach einem Absturz auf ein neues Tief bei 43,99 Euro griffen Anleger am Freitag wieder vorsichtig zu. Neue Zollpläne der EU stützen die Stimmung. Ein drohendes US-Gesetz könnte diese Erleichterung aber schnell wieder zunichtemachen.

Schutz vor Hybrid-Konkurrenz

Die Europäische Union schließt offenbar ein Schlupfloch. Laut Medienberichten bereitet Brüssel Ausgleichszölle auf chinesische Plug-in-Hybride vor. Bisher trafen die Sonderabgaben vor allem rein elektrische Fahrzeuge. Für Mercedes-Benz kommt dieser Schritt zur rechten Zeit. Der Konzern setzt aktuell stark auf elektrifizierte Modelle. Ein Schutz vor subventionierten Importen könnte die Margen sichern. CEO Ola Källenius mahnt dennoch zur Vorsicht. Er fordert eine ausgewogene Lösung mit Peking.

Parallel dazu meldet der Autobauer einen operativen Erfolg. Im spanischen Werk Vitoria rollt ab sofort der neue Elektro-Van VLE vom Band. Das Fahrzeug nutzt eine moderne 800-Volt-Architektur. Damit will Mercedes neue Maßstäbe bei Reichweite und Ladezeiten setzen.

US-Markt auf der Kippe

Ein massives Risiko baut sich derweil in den USA auf. Der geplante „Motor Vehicle Modernization Act of 2026“ zielt direkt auf chinesische Einflüsse ab. Das Gesetz verbietet Herstellern den Marktzugang, wenn Akteure aus Gegnerstaaten mehr als 15 Prozent kontrollieren.

Die chinesische BAIC Group und Geely-Gründer Li Shufu halten zusammen rund 20 Prozent der Stimmrechte. Die Folge: Das lukrative US-Geschäft steht plötzlich unter Druck. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Mercedes dort einen Umsatz von 31 Milliarden Euro. Analysten halten das Risiko aktuell für spekulativ. Die hohe geopolitische Sensibilität der Aktie bleibt jedoch bestehen.

Entscheidende Tage voraus

Charttechnisch bleibt das Bild düster. Mit einem Schlusskurs von 45,09 Euro notiert das Papier rund 27 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Der Abstand zum langfristigen Durchschnitt beträgt über 18 Prozent. In der neuen Handelswoche stehen wichtige Termine an:

  • 23. Juni: Management-Präsentation auf der Jefferies Konferenz in Baden-Baden
  • 23. Juni: Neue europäische Zulassungszahlen (ACEA) für Mai
  • 28. Juni: Beginn der offiziellen Ruheperiode vor den Quartalszahlen

Die Aktie muss sich nun zwingend über dem jüngsten Tief von 43,99 Euro behaupten. Fällt diese Marke, droht ein weiterer Abverkauf. Gelingt stattdessen der Sprung über die Kurslücke bei 46,50 Euro, hellt sich das Bild kurzfristig auf.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.