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Mercedes-Benz Aktie: Umbau nach Gewinneinbruch

Der Autobauer meldet einen Gewinnrückgang um 48 Prozent und kürzt die Dividende. Eine historische Modelloffensive und strikte Kostensenkungen sollen die Ertragserholung einleiten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinn halbiert und Dividende gesenkt
  • Starke Absatzschwäche auf dem chinesischen Markt
  • Kostenreduktion und Lokalisierung als Antwort
  • Über 40 neue Modelle in drei Jahren geplant

Das Geschäftsjahr 2025 liefert den Aktionären von Mercedes-Benz einen harten Realitätscheck. Mit einem halbierten Gewinn und einer gekürzten Dividende spürt der Stuttgarter Autobauer den immensen Druck auf dem asiatischen Markt. Kann der Konzern mit einer historischen Modelloffensive und konsequenten Sparmaßnahmen das Ruder herumreißen?

Halbierter Gewinn und niedrigere Dividende

Der Autobauer verbuchte 2025 einen Umsatzrückgang auf 132,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich brach der Nettogewinn um 48 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro ein. Verantwortlich für diesen deutlichen Rückgang waren neben Zollbelastungen von rund 1,2 Milliarden US-Dollar und ungünstigen Währungseffekten vor allem der verschärfte Wettbewerb im Kernmarkt China.

Die Anleger spüren diese Entwicklung direkt im Portemonnaie, denn die Dividende wird von 4,30 Euro auf 3,50 Euro je Aktie gekürzt. Marktbeobachter werten diesen Einschnitt jedoch als vergleichsweise moderat, da im Vorfeld teilweise stärkere Reduzierungen befürchtet wurden. Die operative Schwäche spiegelt sich auch im Chartbild wider. Der Titel gibt heute um 1,36 Prozent auf 54,22 Euro nach und weitet den Verlust seit Jahresbeginn auf gut 12 Prozent aus.

China-Schwäche erzwingt Strategiewechsel

Mit einem Absatzminus von 19 Prozent in China verlor der Konzern 2025 deutlich an Boden gegenüber aufstrebenden heimischen Elektroauto-Herstellern. Das drückte die wichtige bereinigte Umsatzrendite in der Pkw-Sparte von 8,1 auf lediglich 5,0 Prozent. Als Antwort darauf forciert das Management nun eine weitreichende Lokalisierungsstrategie. Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge direkt vor Ort produziert werden, um von einer günstigeren Kostenstruktur zu profitieren.

Gleichzeitig dreht das Unternehmen an der globalen Kostenschraube. Die reinen Produktionskosten pro Fahrzeug sollen bis 2027 um zehn Prozent sinken. Dies geht mit harten Kapazitätsanpassungen einher, zu denen auch die für Mai geplante Schließung des Joint-Venture-Werks im mexikanischen Aguascalientes gehört. Zur weiteren Stabilisierung läuft zudem das laufende Aktienrückkaufprogramm weiter, für das im Jahr 2026 noch bis zu 1,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.

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Historische Modelloffensive und Ausblick

Neben den strikten Einsparungen soll eine beispiellose Produktoffensive für neues Wachstum sorgen. In den kommenden drei Jahren stehen mehr als 40 neue Modelle in den Startlöchern. Erste positive Signale zeigen sich bereits durch gut gefüllte Auftragsbücher für wichtige Ertragsbringer wie die S-Klasse und den GLC.

Für das laufende Jahr 2026 stellt das Management einen stabilen Umsatz und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Aussicht, das deutlich über dem schwachen Niveau von 2025 liegen soll. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch die anvisierte Marge: Mit einem Zielkorridor von 3 bis 5 Prozent für die Pkw-Sparte bleibt Mercedes-Benz merklich unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 5,6 Prozent.

Der Terminkalender für die nächsten Wochen ist klar definiert. Nach der formalen Abstimmung über die Dividende auf der Hauptversammlung am 16. April 2026 folgen am 29. April die Ergebnisse des ersten Quartals. Dieser Finanzbericht wird den ersten handfesten Beleg dafür liefern, ob die drastischen Kapazitätsanpassungen und die Neuausrichtung in China die prognostizierte Ertragserholung bereits stützen.

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