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Mercedes-Benz Aktie: Quartalszahlen am 28. Juli erwartet

Vor den Quartalszahlen am 28. Juli zeigen sich Analysten gespalten: Positive operative Signale stehen neutralen Ratings und gesenkten Kurszielen gegenüber.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalszahlen am 28. Juli erwartet
  • Jefferies und RBC sehen Van-Wachstum
  • Goldman senkt Kursziel leicht
  • Deutsche Bank bleibt optimistisch

Juli 2026 legt der Autobauer seine Quartalszahlen vor. Im Vorfeld melden sich mehrere Analysehäuser mit unterschiedlichen Einschätzungen zu Wort – die Bandbreite reicht von deutlichem Optimismus bis zu spürbarer Zurückhaltung.

Positive Signale bei Van-Sparte und Marge

Die Analysten von Jefferies rechnen damit, dass das Van-Segment am oberen Rand der angepeilten Wachstumsspanne von 8 bis 10 Prozent abschneidet. Für das Autogeschäft erwartet das Haus eine Marge innerhalb der Zielspanne von 3 bis 5 Prozent. RBC-Analyst Tom Narayan sieht die Entwicklung ähnlich und geht davon aus, dass Profitabilität und freier Cashflow besser ausfallen könnten als vom Markt eingepreist – auch beim Van-Wachstum und der Automarge erwartet er Werte am oberen Ende der jeweiligen Spannen. Trotz dieser vergleichsweise konstruktiven Einschätzung stuft RBC die Aktie lediglich mit „Sector Perform“ ein, also neutral. Narayans positive Kommentare zu einzelnen Geschäftsbereichen bedeuten damit keine Kaufempfehlung des Hauses für die Gesamtaktie.

Ein gemischtes Bild zeichnet sich auch bei anderen Instituten ab. Goldman Sachs bestätigt zwar die Kaufempfehlung, senkt das Kursziel jedoch von 66 auf 65 Euro. Bernstein bleibt bei „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 61 Euro – ebenfalls eine neutrale Position. Deutlich optimistischer zeigt sich die Deutsche Bank: Analyst Tim Rokossa bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 74 Euro und verweist auf den Ausbau des Werks in Ungarn, der die strategische Bedeutung niedriger Produktionskosten unterstreiche.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer ordnet die Lage aus Branchensicht ein: Mercedes-Benz habe seine frühere Luxus- und Electric-Only-Strategie aufgegeben, die Kosten gesenkt und mit dem Modell CLA einen Wagen im Markt platziert, der gut bewertet werde.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse zeigen die unterschiedlichen Signale bislang wenig Wirkung. Die Aktie notiert aktuell bei 45,78 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 25,73 Prozent zu Buche, der Kurs liegt zudem 3,75 Prozent unter seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Die divergierenden Kursziele der Analysehäuser – von 61 Euro bei Bernstein bis 74 Euro bei der Deutschen Bank – spiegeln damit auch die Unsicherheit wider, wie stark sich positive operative Entwicklungen tatsächlich in der Bewertung niederschlagen werden.

Branche unter strukturellem Druck

Der Blick auf die Gesamtbranche liefert zusätzlichen Kontext für die Zurückhaltung mancher Analysten. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hat die deutsche Industrie innerhalb eines Jahres 177.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. Besonders betroffen ist die Autoindustrie mit einem Minus von 52.000 Stellen, gefolgt vom Maschinenbau mit 28.000 und der Metallindustrie mit 24.000 verlorenen Arbeitsplätzen. Diese Zahlen verdeutlichen den strukturellen Umbruch, in dem sich die gesamte Fahrzeugbranche derzeit befindet – ein Umfeld, das auch bei Mercedes-Benz Kosteneinsparungen und Anpassungen der Produktionsstrategie erklärt.

Am breiten Markt sorgte der Handelstag zusätzlich für Gegenwind: Der DAX gab am 17. Juli um 0,45 Prozent auf 24.803 Punkte nach, belastet von einer allgemeinen Technologie-Schwäche, während einzelne Autowerte wie BMW von positiven Analystenkommentaren profitierten.

Für Anleger bleibt die Gemengelage vor den Quartalszahlen am 28. Juli damit unübersichtlich: Operative Fortschritte bei Van-Wachstum und Marge stehen einer Skepsis gegenüber, die sich in neutralen bis leicht positiven Analystenratings mit teils gesenkten Kurszielen ausdrückt. Ob sich die von mehreren Häusern erwartete bessere Profitabilität tatsächlich in den Zahlen niederschlägt, dürfte sich erst mit der Veröffentlichung zeigen.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.