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Mercedes-Benz Aktie: Modelloffensive trifft Sparprogramm

Mercedes-Benz reagiert auf den massiven Gewinnrückgang mit einer umfassenden Produkterneuerung und strikten Kostensenkungen. Die Aktie notiert deutlich unter dem Jahresanfangswert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Konzerngewinn 2025 um fast 50 Prozent eingebrochen
  • Neue Modelle wie CLA und VLE als Hoffnungsträger
  • Produktionskosten sollen bis 2027 um zehn Prozent sinken
  • Fokus auf lokalisierte Fertigung für den chinesischen Markt

Nach einem massiven Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr drückt der Stuttgarter Autobauer bei der Erneuerung seines Portfolios aufs Tempo. Mit dem größten Produktprogramm der Unternehmensgeschichte und harten Einschnitten bei den Produktionskosten steuert das Management gegen die anhaltende Schwäche auf dem asiatischen Markt. Die jüngsten Modellvorstellungen zeigen, wie diese zweigleisige Strategie in der Praxis aussehen soll.

Bilanz und harte Einschnitte

Die Zahlen für 2025 fielen ernüchternd aus. Der Konzerngewinn sackte um rund 49 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro ab, das operative Ergebnis schrumpfte um 57 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt sich im Aktienkurs wider, der bei aktuell 54,00 Euro notiert und seit Jahresbeginn ein Minus von gut 12 Prozent verzeichnet. Als Reaktion zieht der Konzern die Zügel bei den Ausgaben straff an. Bis 2027 sollen die Fertigungskosten pro Fahrzeug um zehn Prozent sinken. Ein zentraler Baustein dieses Plans ist die Schließung des Joint-Venture-Werks im mexikanischen Aguascalientes bis Mai 2026, wodurch Kapazitäten von 100.000 Einheiten vom Netz gehen.

Hoffnungsträger CLA und VLE

Gleichzeitig investiert der Autobauer massiv in neue Fahrzeuge. Innerhalb von drei Jahren sollen mehr als 40 neue Modelle auf den Markt kommen. Eine Schlüsselrolle spielt der neue CLA, der im Januar als erstes Mercedes-Modell seit 1974 die Auszeichnung „Car of the Year“ erhielt. Die elektrische Variante bietet eine Reichweite von bis zu 792 Kilometern und lädt dank 800-Volt-Technologie in zehn Minuten Strom für 325 Kilometer nach. Laut Unternehmensangaben sind die Auftragsbücher für das Modell bereits bis in die zweite Jahreshälfte gefüllt.

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Auch im Nutzfahrzeugsegment erweitert das Unternehmen das Angebot: Erst vergangene Woche präsentierte die Transporter-Sparte den elektrischen Luxusvan VLE. Das Modell basiert auf der neuen VAN.EA-Plattform und zielt mit über 700 Kilometern Reichweite auf das Premiumsegment ab.

Lokalisierung in China

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem chinesischen Markt, wo die Verkaufszahlen 2025 um 19 Prozent einbrachen und hohe Zollkosten das Ergebnis belasteten. Um die Kostenstruktur der lokalen Konkurrenz direkt anzugreifen, verlagert der Konzern die Produktion zunehmend vor Ort. Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge direkt dort vom Band rollen.

Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem operativen Ergebnis deutlich über den Werten von 2025. Das Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1,7 Milliarden Euro für 2026 läuft trotz der auf 3,50 Euro gekürzten Dividende weiter. Ein erster belastbarer Indikator für den Erfolg der kombinierten Spar- und Modelloffensive folgt am 29. April 2026 mit der Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal.

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Diskussion zu Mercedes-Benz

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.