Bernstein sieht ein Kursziel von 61 Euro. Die Realität an der Börse sieht völlig anders aus. Bei Mercedes-Benz klaffen Analysten-Hoffnung und Marktdynamik derzeit weit auseinander. Die Investmentbank bestätigte am Freitag ihr neutrales Rating. Zeitgleich fiel das Papier auf 43,27 Euro.
Der Abwärtsdruck bleibt massiv. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor der Stuttgarter Autobauer rund 17 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn steht sogar ein Minus von fast 30 Prozent auf der Anzeigetafel.
Damit rutscht der Kurs gefährlich nahe an das Jahrestief von 43,01 Euro. Auch die langfristige Technik ist angeschlagen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt wuchs auf über 21 Prozent.
Ein RSI-Wert von 29,2 signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Eine automatische Trendwende leitet sich daraus aber nicht ab.
Margendruck im harten Marktumfeld
Die operative Messlatte liegt hoch. Im ersten Quartal schrumpfte die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Geschäft auf 4,1 Prozent. Das liegt am unteren Rand der Zielspanne. Das Management verweist auf intensiven Wettbewerb und geopolitische Belastungen.
Trotzdem hält der Vorstand am Jahresausblick fest. Der Konzernumsatz soll das Vorjahresniveau erreichen. Das operative Ergebnis plant Mercedes-Benz sogar deutlich über dem Vorjahreswert. Ein leichter Rückgang wird lediglich beim Free Cash Flow erwartet.
Warten auf die Juli-Zahlen
Am heutigen Sonntag beginnt die gesetzliche Ruhephase. Neue kursrelevante Aussagen des Managements sind bis zur Vorlage der Quartalszahlen tabu. Der nächste offizielle Termin folgt am 14. Juli mit einem Vorab-Gespräch für Analysten.
Die Stunde der Wahrheit schlägt am 28. Juli. Dann präsentiert Mercedes-Benz den Zwischenbericht zum zweiten Quartal. Die Folge: Der Markt wartet auf harte Fakten. Der Konzern plant bis 2027 mit über 40 neuen Fahrzeugen.
Diese neuen Modelle müssen sich nun in der Bilanz beweisen. Gelingt keine Stabilisierung der Margen, droht ein Fall unter das bisherige Jahrestief. Am 28. Juli muss das Management liefern.
